Brüderle, Trittin, Gysi: Schlagabtausch über Mindestlohn und Rente

Mit einem Schlagabtausch über die richtigen Rezepte gegen Altersarmut und für mehr soziale Gerechtigkeit haben die Spitzenkandidaten von FDP, Grünen und Linken um unentschlossene Wähler geworben.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle verteidigte in der ARD-Sendung «Der TV-Dreikampf» mit seinen Amtskollegen von Grünen und Linksfraktion, Jürgen Trittin und Gregor Gysi, die Linie seiner Partei in der Rentenpolitik. Er hielt Linksfraktionschef Gysi vor, eine Einheitsrente zu fordern. «Das ist Planwirtschaft perfekt, das führt in die Irre.»

Gysi plädierte für eine generelle Rentenreform. Rund 40 Prozent der Menschen seien nicht abhängig beschäftigt und zahlten deshalb nicht in die Rentenkasse ein. Von der beschlossenen Rente mit 67 müsse wieder zu einem Rentenbeginn mit 65 Jahren zurückgekehrt werden. Trittin plädierte dafür, das Rentenniveau durch höhere Einkommen zu stabilisieren.

Trittin und Gysi riefen zu mehr sozialer Gerechtigkeit auf. «Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist gut, die Lage für viele Menschen ist nicht gut», sagte Trittin. Gysi forderte ein Umsteuern. Deutschland sei das Land mit dem größten Niedriglohnsektor in Europa, noch vor Zypern und Griechenland. Ein Mindestlohn solle den Niedriglohnsektor und Minijobs eindämmen. Brüderle konterte: «Man kann natürlich alles schlecht reden.» Der von der Opposition geforderte flächendeckende Mindestlohn sei ökonomisch falsch.