Schaaf-Rückkehr nach Bremen: Viel Herz, aber keine Punkte

So hatte sich Thomas Schaaf die Rückkehr ins Weserstadion nicht vorgestellt. Herzlich und mit viel Applaus empfangen, aber als Verlierer mit Eintracht Frankfurt nach Hause geschickt. Werder Bremen raubte seinem langjährigen Trainer mit dem 1:0 (0:0)-Sieg die letzten Europa-Hoffnungen.

Schaaf-Rückkehr nach Bremen: Viel Herz, aber keine Punkte
Carmen Jaspersen Schaaf-Rückkehr nach Bremen: Viel Herz, aber keine Punkte

Bremen hingegen untermauerte durchd en Erfolg die eigenen Ambitionen auf das internationale Fußball-Geschäft. Im 90. Vergleich der beiden Bundesligisten traf Davie Selke (66. Minute) für die Norddeutschen. Damit erhöhten die Hanseaten ihr Konto auf 42 Punkte und kletterten auf Rang sieben, während die Eintracht nach dem zehnten Auswärtsspiel ohne Sieg nur 36 Zähler aufweist.

«Ich bedanke mich für den herzlichen Empfang, aber man darf nicht vergessen, ich war mit der Eintracht hier und wollte gewinnen. Das ist mir nicht gelungen», sagte Schaaf. «In den entscheidenden Situationen konnten wir keinen Stich setzen».

Bei seinem ersten Gastspiel nach der Trennung vor zwei Jahren waren vor Spielbeginn alle Kameras auf den ehemaligen Cheftrainer gerichtet. Der 54-Jährige konzentrierte sich trotz aller Bremer Fan-Freundlichkeiten aber ganz auf das Spiel seiner nun in sechs Partien sieglosen Schützlinge. Er veränderte die Elf auf vier Positionen: Marco Russ, Anderson, Bastian Oczipka und Marc Stendera ersetzen Alexander Madlung (Gelb-Sperre), Carlos Zambrano, Timothy Chandler und Lucas Piazión.

Die Hessen hatten vor 42 100 Zuschauern gleich zu Beginn zwei Möglichkeiten durch Sonny Kittel (3./7.), der später wegen einer Knieverletzung das Feld verlassen musste. Kurios war die zweite Chance, als Werders Keeper Koen Casteels klären wollte, dabei aber Mitspieler Clemens Fritz anköpfte, der Ball vor die Füße von Kittel fiel und der Torhüter dann in höchster Not wieder klärte.

Weil neben Werders Abwehr-Gespann Jannik Vestergaard und Alejandro Gálvez auch Felix Kroos ausfiel, begannen Sebastian Prödl und Assani Lukimya in der Innenverteidigung. Als linker Verteidiger durfte Youngster Janek Sternberg (22) auflaufen, hinter den Spitzen agierte Izet Hajrovic. Nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten erarbeiteten sich die Gastgeber Vorteile und hätten durch Franco Di Santo, der mehrere Chancen vergab, schon früher in Führung gehen müssen.

Frankfurts guter Schlussmann Kevin Trapp war auch bei der Großchance durch Theodor Gebre Selassie (52.) zur Stelle. Beim Kopfball von Prödl (55.) war nur noch die Latte dazwischen. Die in der ersten Halbzeit an Höhepunkten arme Partie nahm nach der Pause Fahrt auf. Besonders die Bremer drückten und wurden stärker in den Zweikämpfen.

Die EIntracht lauerte auf Konter. So vergab der eingewechselte Takashi Inui (62.) frei vor Casteels, eine Minute später schoss der Ex-Bremer Nelson Valdez knapp drüber. Selke köpfte im Gegenzug nach einem Freistoß von Zlatko Junuzovic zur verdienten Führung für Werder ein. Erneut war die Latte im Weg, nachdem Di Santo uneigennützig auf Selke abgelegt hatte (74.). «Nach so viel Kritik für unsere Gegentore haben wir endlich zu Null gespielt», sagte Skripnik.

Ballbesitz in %: 42,8 - 57,2

Torschüsse: 16 - 14

gew. Zweikämpfe in %: 52 - 48

Fouls: 22 - 15

Ecken: 10 - 5

Quelle: optasports.com