Brennende Adria-Fähre - dramatische Rettungsaktion

Vor der italienischen Adriaküste läuft eine dramatische Rettungsaktion für Passagiere der brennenden Fähre «Norman Atlantic». Medienberichten zufolge saßen etwa 300 Menschen auf dem Schiff fest, das in der Nacht auf dem Weg vom griechischen Hafen Igoumenitsa nach Ancona in Italien war.

Brennende Adria-Fähre - dramatische Rettungsaktion
Wolfgang Runge Brennende Adria-Fähre - dramatische Rettungsaktion

Hohe Wellen und Wind bis Stärke 8 behinderten die Evakuierung. An Bord waren hauptsächlich Lastwagenfahrer, aber auch Familien mit Kindern. Offiziell war zunächst nicht von Verletzten oder Vermissten die Rede. Etwa 150 Menschen hätten das Schiff der griechischen Linie ANEK verlassen können.

Am späten Vormittag berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den Kapitän, die brennende Adria-Fähre treibe in Richtung Albanien. Das Schiff sei manövrierunfähig. Das Feuer sei noch nicht gelöscht. Am Ort seien mindestens sieben Frachter und ein Boot der italienischen Küstenwache. Wegen des schlechten Wetters könnten die Retter nicht an Bord der «Norman Atlantic».

Auf der Fähre mit rund 500 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord war der Brand am frühen Sonntagmorgen gegen 03.00 MEZ auf einem der Autodecks ausgebrochen. Das Feuer habe sich schnell über das Schiff ausgebreitet. Das Schiff befand sich etwa 44 Seemeilen nordwestlich von Korfu.

Passagiere meldeten sich via Handy und schilderten im Radio ihre Notlage. «Niemand kann etwas machen», sagte ein Mann an Bord dem griechischen Radiosender Skai. Die zur Rettung herbeigeeilten Schiffe kämen wegen der schweren See nicht heran. Weitere griechische Medien berichteten, Rettungsboote seien abgetrieben worden, bevor Menschen hätten einsteigen können. «Die Leute sind verzweifelt und schreien» sagte ein weiterer Zeuge im Fernsehen.

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi kündigte maximalen Einsatz bei der Rettung der Passagiere der brennenden Fähre an. Die italienische Marine sei «mit maximaler Beteiligung» bei der Rettung dabei, erklärte er auf Twitter. Er sei mit dem griechischen Premierminister Antonis Samaras in Kontakt.