Brennende Adria-Fähre: Noch mehr als 220 Menschen an Bord

Rund 24 Stunden nach dem Ausbruch eines Feuers an Bord einer Adria-Fähre harren noch immer mehr als 220 Menschen auf dem Schiff aus. Die Rettungskräfte waren zwar durchgängig im Einsatz, doch Dunkelheit und dichter Rauch machten ihnen zu schaffen.

Brennende Adria-Fähre: Noch mehr als 220 Menschen an Bord
Italian Marina Militare / Handou Brennende Adria-Fähre: Noch mehr als 220 Menschen an Bord

Am Morgen gegen 6 Uhr morgens waren 251 Menschen in Sicherheit gebracht worden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Marine des Landes meldete. 227 weitere befanden sich noch auf der «Norman Atlantic».

Die Fähre der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am frühen Sonntagmorgen nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach. Das Schiff trieb anschließend manövrierunfähig zwischen der italienischen und albanischen Küste. 478 Menschen waren insgesamt an Bord, darunter wahrscheinlich auch 18 Deutsche.

Die meisten der Geretteten wurden mit Hubschraubern auf andere Schiffe gebracht, die zur Hilfe geeilt waren. Mehrere Menschen, darunter eine Schwangere und Kinder, kamen ins Krankenhaus. Nach offiziellen Angaben starb ein Grieche beim Sprung von Bord.

Die Flammen an Bord der Fähre seien unter Kontrolle, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Es könnte jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter. Das italienische Marine-Schiff «San Giorgio» übernahm am Sonntagabend die Einsatzleitung. Wohin die Fähre geschleppt wird, war noch nicht ganz klar - möglicherweise ins süditalienische Brindisi.

Über die Ursache des Brandes auf dem Schiff wurde weiter spekuliert. Möglicherweise waren Laster überladen. Lkw-Fahrer berichteten in griechischen Medien, dass einige Fahrzeuge Olivenöl geladen hätten und dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Ein Funke könne da schnell einen Brand auslösen.

Bei einer Kontrolle sollen Mängel auf dem Schiff festgestellt worden sein, unter anderem an Sicherheitstüren und bei der Beleuchtung. Der Schiffsbauingenieur Giorgos Margetis sagte dem griechischen Sender Skai, die Schäden könnten aber nicht gravierend gewesen sein - andernfalls wäre die «Norman Atlantic» am Auslaufen gehindert worden. Die Reederei hatte betont, dass das Schiff fahrtüchtig gewesen sei.