Brite Cummings gewinnt überraschend siebte Tour-Etappe

Stephen Cummings hat als Solist die erste Pyrenäen-Etappe der 103. Tour de France gewonnen. Der 35 Jahre alte Brite aus dem Mark-Cavendish-Team sicherte sich den Tagessieg am Lac de Payolle nach 162,5 Kilometern vor dem Südafrikaner Daryl Impey und dem Spanier Daniel Navarro.

Brite Cummings gewinnt überraschend siebte Tour-Etappe
Yoan Valat Brite Cummings gewinnt überraschend siebte Tour-Etappe

Beide verloren auf Cummings 1:05 Minuten. Der Belgier Greg Van Avermaet, auch Mitglied einer Ausreißergruppe, aus der Cummings seinen Alleingang gestartet hatte, konnte seinen Vorsprung im Gesamtklassement sogar auf 6:36 Minuten ausbauen.

Cummings, der im Vorjahr in Mende gewonnen hatte und dabei den Franzosen Thibaut Pinot und Romain Bardet den schon sicher geglaubten Tagessieg weggeschnappt hatte, gehörte einer ursprünglich 29 Fahrer starken Ausreißergruppe an. Opfer der Cummings-Taktik war diesmal in erster Linie Giro-Gewinner Vincenzo Nibali, der alles auf einen Etappensieg ausgerichtet hatte.

Die Topfavoriten auf den Tour-Gesamtsieg, Vorjahressieger Chris Froome und Nairo Quintana, hatten die Ausreißer ziehen lassen. Im Finale verloren sie zusätzliche Sekunden, weil die über die Straße gespannte Anzeige für den letzten Kilometer Luft verloren hatte und die Straße blockierte.

Cummings hatte kurz vor Beginn des Anstiegs auf den Tour-Klassiker Col d'Aspin (1490 Meter) angegriffen. Zunächst blieb Nibali ruhig und hoffte auf seine Kletterstärke und das schwere Finale mit einer steilen, sieben Kilometer langen Abfahrt zum Lac de Payolle. Aber der clevere Brite war uneinholbar und holte den vierten Etappensieg für die von Rolf Aldag geleitete Data-Dimension-Equipe.

Gut 100 Kilometer vor dem Ziel hatte sich auf der ersten von drei Pyrenäen-Etappe die Spitzengruppe mit prominenter Besetzung gebildet. Unter der Führung von Nibali, Tony Martin und van Avermaet hatten drei weitere deutsche Radprofis ihr Glück in der Flucht versucht.

Zur Ausreißer-Gruppe gehörten neben dem vorjährigen Etappensieger Simon Geschke aus Berlin auch die Rostocker Paul Voß und Paul Martens. Aber im Finale spielten sie alle keine Rolle mehr. «Taktisch habe ich es ein bisschen versaut. Ich habe die Gruppe verpasst, die um den Sieg gefahren ist. Die Form war wirklich gut am Berg», sagte Martin und Geschke ergänzte: «Ich habe mich nicht so gut gefühlt. Als ich in der Gruppe drin war, habe ich gemerkt, dass es heute zum Sieg nicht reicht.» Geschkes Team-Kapitän John Degenkolb hatte am Freitag seinen Abgang aus dem Giant-Alpecin-Team in der kommenden Saison bekanntgegeben.

Froome und Quintana kündigten für die folgenden beiden Tage bis zum ersten Ruhetag entscheidende Attacken an. Die Königsetappe der Pyrenäen endet am Sonntag in Andorra-Arcalis auf 2240 Meter Höhe, wo Toursieger Jan Ullrich 1997 sein erstes Gelbes Trikot geholt hatte.