Briten holen Touristen aus Scharm el Scheich heim

Britische Fluggesellschaften dürfen heute im ägyptischen Scharm el Scheich gestrandete Briten nach Hause holen. Etwa 20 Flüge verschiedener Linien sind geplant, nachdem London am Donnerstagabend grünes Licht gegeben hatte.

Briten holen Touristen aus Scharm el Scheich heim
Benno Schwinghammer Briten holen Touristen aus Scharm el Scheich heim

Aus Sorge vor Terroranschlägen hatte die Regierung alle Flüge zwischen Großbritannien und dem beliebten Urlaubsort am Roten Meer gestoppt. Grund ist die Vermutung, dass der über der Sinai-Halbinsel abgestützte russische Passagierflug eine Bombe an Bord gehabt habe.

Großbritanniens Premierminister David Cameron sagte am Donnerstag, es sehe «mit zunehmender Wahrscheinlichkeit» danach aus, als hätten Terroristen eine Bombe an Bord geschmuggelt. Die britische Regierung berief sich unter anderem auf Geheimdienst-Informationen. Ägypten und Russland mahnten dagegen zu Geduld. Ein Terroranschlag könnte schwere Folgen für die ägyptische Tourismusindustrie haben.

Die USA prüfen nach Worten von Präsident Barack Obama sehr genau, ob eine Bombe den russischen Ferienflieger auf dem Sinai zum Absturz gebracht hat. Es gebe die Möglichkeit, dass eine Bombe an Bord war, sagte Obama am Donnerstag dem Radiosender CBS. «Wir nehmen das sehr ernst.»

Am Freitag wollen unter anderem Thomas Cook, Easyjet und British Airways britische Urlauber nach Hause holen. Dabei werden besonders strenge Sicherheitsvorschriften gelten: Unter anderem dürften die Passagiere nur Handgepäck mitnehmen, sagte eine Regierungssprecherin. Britische Sicherheitsexperten sind in Scharm el Scheich, um zusätzliche Kontrollen durchzuführen.

Es sollen bis zu 20 000 Briten in der Region sein. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) befanden sich dort auch 2000 Deutsche. Auch deutsche, irische und niederländische Fluglinien strichen Verbindungen nach Scharm el Scheich.

Am Samstag war ein russischer Ferienflieger mit 224 Menschen an Bord kurz nach dem Start in Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Niemand überlebte das Unglück. Die laufende Untersuchung hat noch keine Ursache ergeben. Die Ermittlungen könnten Monate dauern, sagte der Chef des russischen Luftfahrtamts, Alexander Neradko.