Britische Jets starten Richtung Irak

Einen Tag nach dem grünen Licht des Unterhauses hat die britische Luftwaffe ihren ersten Einsatz im Irak gegen die Terrormiliz IS geflogen.

Britische Jets starten Richtung Irak
Katia Christodoulou Britische Jets starten Richtung Irak

Zwei Kampfflugzeuge des Typs Tornado seien von einem britischen Fliegerhorst auf Zypern in Richtung Irak aufgestiegen, bestätigte das Verteidigungsministerium in London. Zuvor habe es Aufklärungsflüge gegeben.

Die kurdische Enklave Ain al-Arab (Kurdisch: Kobane) in Syrien wurde erstmals seit dem Vormarsch von Kämpfern des Islamischen Staates (IS) direkt mit Mörsergranaten beschossen. Dabei seien ein Mensch ums Leben gekommen und mehrere verletzt worden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Gleichzeitig hätten Flugzeuge des US-geführten Anti-IS-Bündnisses erstmals Stellungen der Dschihadisten in Dörfern nahe Ain al-Arab bombardiert. Das US-Zentralkommando bestätigte die Angriffe zunächst nicht.

Die kurdische Enklave an der syrisch-türkischen Grenze war vor über einer Woche von IS-Kämpfern umzingelt worden. Bei ihrem Vormarsch hatten die Dschihadisten mehr als 60 Dörfer im Umland eingenommen. Mehr als 160 000 Menschen waren nach Norden in die Türkei geflohen. Die Dschihadisten stehen nach Angaben von Augenzeugen bis zu zehn Kilometern vor Ain al-Arab.

An den US-Bombenangriffen auf den IS beteiligen sich auch Frankreich und mehrere arabische Staaten. Die Europäer fliegen ausschließlich Angriffe im Irak, die Araber konzentrieren sich auf Syrien. Nach Angaben der unabhängigen irakischen Nachrichtenseite Al-Sumaria News bombardierte die französische Luftwaffe am Samstag IS-Stellungen im westlich von Bagdad gelegenen Falludscha.

Am Freitag hatte der irakische Präsident Fuad Masum in New York vor der Gefahr westlicher Extremisten in den Reihen von IS gewarnt. «Der Konflikt zieht Extremisten aus der ganzen Welt an. Neu ist, dass Tausende mit europäischer oder amerikanischer Staatsbürgerschaft dabei sind», sagte Masum in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Auch am dritten Tag in Folge dominierte der Kampf gegen die Extremisten die Gespräche.

Iraks Präsident Masum verurteilte die Sunnitenmiliz IS. «Sie regieren mit Hass und Rassismus und greifen unschuldige Zivilisten an. Der IS ist eine abscheuliche terroristische Organisation», sagte Masum. Russlands Außenminister Sergej Lawrow forderte die Einbindung der syrischen Regierung in den Kampf gegen den IS. Alle Beteiligten «sollten im selben Team spielen», sagte Lawrow in New York. Am Samstag hatte Russland der irakischen Luftwaffe Kampfhubschrauber des Typs MI-35 geliefert. Es war nach irakischen Angaben bereits die dritte Lieferung aus Moskau.