Börsenverein warnt vor Fall der Buchpreisbindung

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sieht bei den Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA weiterhin die Buchpreisbindung in Gefahr.

Börsenverein warnt vor Fall der Buchpreisbindung
Hendrik Schmidt Börsenverein warnt vor Fall der Buchpreisbindung

Wenn die EU-Kommission derzeit sage, die Preisbindung sei nicht verhandelbar, so sei das eher eine Nebelbombe, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, am Samstag auf der Leipziger Buchmesse. Er fürchte, dass die Preisbindung am Ende doch wirtschaftlichen Interessen geopfert werden könnte. «Google, Apple, Amazon wollen die Preisbindung zu Fall bringen, weil es ihnen ermöglichen würde, den Buchmarkt in ihrem Sinne aufzurollen.»

Der festgelegte Verkaufspreis für Bücher sichere jedoch die Vielfalt und Qualität hierzulande, sagte Skipis. Fiele er weg, würden vielleicht Bestseller billiger, aber Bücher insgesamt eher teurer. Das zeigten Erfahrungen aus Großbritannien oder der Schweiz, wo es keine Buchpreisbindung mehr gibt. Zudem würde ein Buchhandlungs-Sterben einsetzen, wenn Bücher an Tankstellen verramscht werden könnten. Skipis: «In den USA gibt es 1400 Buchhandlungen, in Deutschland haben wir 6000.» Das gelte es zu erhalten, auch weil die Buchhändler das Rückgrat der Verlage seien.