Vorsichtiger Optimismus zu Griechenland-Poker in Brüssel

Nach tagelangen Verhandlungen der Geldgeber mit Griechenland gibt es in Brüssel vorsichtigen Optimismus.

Die am Montag fortgesetzten Gespräche verliefen konstruktiv, sagte der Chefsprecher der EU-Kommission. «Es muss (aber) noch mehr Arbeit erledigt werden», schränkte er ein. «Es wollen alle Seiten eine Einigung noch im Mai», hieß es ergänzend aus Kreisen der Regierung in Athen.

Die Gespräche waren über das ganze Wochenende gelaufen und werden dem Vernehmen nach bis diesen Mittwoch dauern. Es geht um ein Reformpaket Griechenlands; ohne eine Abmachung dazu können blockierte Hilfen der Geldgeber von 7,2 Milliarden Euro nicht fließen. Die Zeit wird knapp, denn die Kassen in Athen sind leer.

«Der nächste Termin für eine Bestandsaufnahme ist das Treffen der Eurogruppe am 11. Mai», sagte der Sprecher. Diplomaten ergänzten, für eine Vereinbarung bei diesem regulären Treffen der Euro-Finanzminister sei es nötig, dass sich die sogenannte Brüssel-Gruppe mit Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Griechenlands schon Mitte dieser Woche einigen. Ob das gelinge, sei offen.

In Griechenland gibt es Zuversicht, dass es bald zu einer Einigung mit den Geldgebern kommen könnte. Regierungschef Alexis Tsipras traf am späten Sonntagabend mit seinen für Finanzen zuständigen Ministern und Beratern zusammen.

Die Geldknappheit Athens wird inzwischen immer dramatischer. Tsipras hofft nach einer positiven Bewertung der Geldgeber auf eine - wenn auch leichte - Öffnung des Geldhahns durch die Euro-Partner und die EZB. Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis sagte, es wäre gut, wenn das Geld «auch heute kommen würde». Athen zahle seit mehreren Monaten seine Verpflichtungen ohne die bereits zugesagte Hilfe der Geldgeber, hieß es. Die Eurogruppe hatte einer ratenweise Auszahlung eine Absage erteilt - es gehe um ein Gesamtpaket, so Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker traf am Montag in Brüssel den früheren konservativen griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras. Er hatte zu Jahresbeginn die Macht an den Linkspolitiker Tsipras abgegeben.