16 Festnahmen bei Anti-Terroreinsatz in Belgien

Bei einem groß angelegten Anti-Terror-Einsatz hat die belgische Polizei in der Nacht 16 Verdächtige festgenommen. Das berichtete die Staatsanwaltschaft am frühen Morgen in Brüssel.

In Brüssel gilt bis auf weiteres die höchste Terrorwarnstufe.
Olivier Hoslet In Brüssel gilt bis auf weiteres die höchste Terrorwarnstufe.

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Salah Abdeslam sei nicht unter den Festgenommenen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van der Sijpt. Belgische Polizei und Militär durchkämmten auf der Suche nach mehreren Terrorverdächtigen mehrere Stadtviertel von Brüssel. Es gab 19 Durchsuchungen in mehreren Gemeinden der Hauptstadtregion und weitere drei Razzien in der wallonischen Industriestadt Charleroi. Es seien dabei weder Waffen noch Explosivstoffe gefunden worden.

Terror wie in Paris befürchtet

Bis auf weiteres bleibt in der belgischen Hauptstadt die höchste Terrorwarnstufe in Kraft. Auch zum Beginn der Arbeitswoche wird die Metro nicht fahren; Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Das teilte Belgiens Premier Charles Michel am Sonntagabend nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates mit. Stufe 4 bedeute, dass eine "ernste und unmittelbare" Bedrohung besteht. "Wir fürchten einen ähnlichen Anschlag wie in Paris", sagte Michel. Mögliche Ziele könnten belebte Orte wie Einkaufszentren, Einkaufsstraßen oder der öffentliche Nahverkehr sein.

In Brüssel sollen sich zwei Terrorverdächtige aufhalten, darunter möglicherweise der seit einer Woche gesuchte Salah Abdeslam. Er ist der Bruder eines der Pariser Selbstmordattentäter und wohnte zuvor im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Abdeslam soll sich am 13. November an den Anschlägen in Paris mit 130 Toten beteiligt haben und seitdem in Brüssel verstecken.