Athen-Krise ohne Lösung - neues Treffen am Samstag

In der Griechenland-Krise setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf das neue Treffen der Euro-Finanzminister am Wochenende. «Der Eurogruppe am Samstag kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Denn die Zeit drängt», sagte Merkel am Morgen in Brüssel.

Athen-Krise ohne Lösung - neues Treffen am Samstag
Oliver Hoslet Athen-Krise ohne Lösung - neues Treffen am Samstag

«Wir setzen darauf, dass eine Einigung erreicht werden kann», betonte sie nach dem Ende des ersten Tages des EU-Gipfels in Brüssel.

Die Euro-Finanzminister wollen sich nach mehreren ergebnislosen Gesprächsrunden wieder am Samstag treffen. Am Dienstag läuft das aktuelle europäische Hilfsprogramm für Griechenland aus. Zu diesem Termin muss das Land auch rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen.

Merkel bekräftigte, dass sich die Staats- und Regierungschefs nicht in die Verhandlungen einmischen wollten. «Es muss sehr viel technische Arbeit geleistet werden», sagte sie. Zunächst müsse Griechenland mit den Geldgebern an einer Lösung arbeiten. Auf die Frage, ob es Meinungsverschiedenheiten mit Finanzminister Wolfgang Schäuble in der Beurteilung der Lage gebe, sagte Merkel, sie habe mit dem Minister telefoniert. Auf die Bewertung des deutschen Finanzministers werde sie sich «ein Stück weit verlassen».

Zu Beginn des gestrigen EU-Gipfels hatten die Staats- und Regierungschefs den Druck auf den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras massiv verstärkt und deutlich gemacht, dass es keinen Spielraum für weiteres Feilschen gebe. Gipfelchef Donald Tusk betonte unmissverständlich, dass der Gipfel die internationalen Geldgeber unterstütze, mit denen Athen um ein Spar- und Reformpaket streitet. Mit Blick auf eine mögliche Staatspleite Griechenlands sagte er, die Staats- und Regierungschefs seien sich völlig im Klaren über die Lage und die möglichen Konsequenzen. Es werde keinen weiteren Euro-Gipfel am Freitag oder über das Wochenende geben.

Der Gipfel verlangte von Tsipras, das neue Angebot der Geldgeber-Institutionen EU-Kommission, IWF und Europäische Zentralbank anzunehmen. Eine Abmachung über das Paket ist Voraussetzung für die Auszahlung von blockierten Hilfen von 7,2 Milliarden Euro.