Brüssel reagiert zurückhaltend auf neuen Tsipras-Brief

Die EU-Kommission reagiert zurückhaltend auf die jüngsten Sparzusagen des griechischen Premiers Alexis Tsipras.

Brüssel reagiert zurückhaltend auf neuen Tsipras-Brief
Orestis Panagiotou Brüssel reagiert zurückhaltend auf neuen Tsipras-Brief

«Wir sind in einer neuen Lage», sagte Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis heute in Brüssel mit Blick auf das in der Nacht ausgelaufene Hilfsprogramm für Athen.

Die wirtschaftliche Situation Griechenlands habe sich erheblich verschlechtert. Seit Montag sind die Banken geschlossen. Es werde jetzt nicht mehr über die Verlängerung des alten Rettungsplans gesprochen, sondern über ein Zwei-Jahres-Programm des Eurorettungsschirms ESM.

Die aktuellsten griechischen Vorschläge könnten in Verhandlungen für das neue Rettungsprogramm eingebracht werden. «Wir sind bereit, zu verhandeln und zu einer Lösung kommen», sagte der für den Euro verantwortliche Kommissar. «Dazu müssen sich beide Seiten konstruktiv verhalten.»

Die Kommission prüfe die jüngsten Zusagen und werde der Eurogruppe am späten Nachmittag eine erste Einschätzung geben. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben vom 30. Juni zeigt sich Tsipras im Schuldendrama bereit, vorrangige Bedingungen der Geldgeber grundsätzlich erfüllen zu wollen. Zuvor hatte Tsipras in einem anderen Schreiben einen 29-Milliarden-Euro-Kredit des ESM gefordert.