EU-Staaten einig über Verteilung von fast 55 000 Flüchtlingen

Die EU-Innenminister haben sich auch im zweiten Anlauf nicht auf eine angestrebte Verteilung von 60 000 Flüchtlingen einigen können. Bei ihrem Sondertreffen in Brüssel verständigten sie sich nur auf die Verteilung von 54 760 Migranten.

EU-Staaten einig über Verteilung von fast 55 000 Flüchtlingen
Daniel Karmann EU-Staaten einig über Verteilung von fast 55 000 Flüchtlingen

Das erklärte die luxemburgische EU-Vertretung über den Kurzmitteilungsdienst Twitter. Das Land führt derzeit den Vorsitz im Kreis der EU-Staaten.

"Manche schwierige Geburten dauern eben lange", kommentierte die deutsche Staatssekretärin Emily Haber, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vertrat. "Bei dem Ziel bleibt es."

Der luxemburgischen EU-Vertretung zufolge sollen 22 504 Menschen aus Ländern außerhalb der EU aufgenommen werden. Hier geht es um Flüchtlinge aus Lagern nahe der syrischen Grenze. Weitere 32 256 Migranten sollen aus den Mittelmeer-Ankunftsländern Italien und Griechenland auf andere EU-Länder verteilt werden.

Nach dem Dublin-Abkommen ist jener Mitgliedsstaat, auf dem ein Flüchtling erstmals den Boden der Europäischen Union betreten hat, zuständig für das Asylverfahren. Gerade Italien und Griechenland fordern Unterstützung.

Das Sondertreffen am Montag war nötig geworden, nachdem eine Einigung Anfang Juli gescheitert war. Nach Angaben eines Diplomaten wollen die Staaten im Dezember versuchen, die verbleibende Lücke zu füllen.