Hintergrund: Fristen im Griechenland-Poker

Die Verhandlungen über ein griechisches Reformpaket sind bereits erheblich verzögert. Eigentlich sollte ein umfassender Reformplan - inklusive Privatisierungen - schon Ende April stehen. Diese Frist ließen die Geldgeber verstreichen. Die weiteren Etappen:

- Freitag, 5. Juni: Rückzahlung eines Darlehens von 305 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF).

- Sonntag, 7. Juni bis Montag, 8. Juni: G7-Treffen der wichtigsten Industriestaaten der Welt unter deutschem Vorsitz auf Schloss Elmau/Bayern. Falls es bis dahin keinen Kompromiss zwischen Geldgebern und Athen geben sollte, dürfte der Schuldenstreit am Rande des Spitzentreffens zur Sprache kommen, meinen Diplomaten.

- 12. Juni: Weitere Rückzahlung an den IWF von 343 Millionen Euro. Insgesamt summieren sich die Rückführungen an den Weltwährungsfonds im Juni auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Ob es eine gebündelte Überweisung nach Washington geben kann, ist bisher offen.

- 12. Juni: Staatsanleihen mit einem Betrag von 1,6 Milliarden Euro werden fällig. Im Juni kommt laut griechischer Schuldenverwaltung ein Gesamtbetrag von 5,2 Milliarden Euro zusammen.

- 18. Juni: Nächstes reguläres Treffen der Euro-Finanzminister, in Luxemburg.

- 30. Juni: Das schon zwei Mal verlängerte Hilfsprogramm für Griechenland läuft auf europäischer Seite aus. Für Athen stehen insgesamt - also inklusive des IWF  - noch 7,2 Milliarden Euro blockierte Hilfen bereit.

Spätestens bis Ablauf des Programms muss ein Kompromiss zu den griechischen Reformen gefunden werden. Da vor Auszahlungen noch nationale Parlamente - auch der Deutsche Bundestag - gefragt werden, muss eine Auszahlungsentscheidung mindestens ein bis zwei Wochen vorher fallen, sagen Diplomaten.