Krisengipfel streitet nur noch über Privatisierungsfonds

Beim Euro-Gipfel ist nur noch die Frage eines griechischen Privatisierungsfonds offen. «Ich hoffe, dass wir bald eine Vereinbarung finden», sagte der slowenische Regierungschef Miro Cerar am Montagmorgen in Brüssel nach gut 15-stündigen Marathonverhandlungen.

Krisengipfel streitet nur noch über Privatisierungsfonds
Ian Langsdon Krisengipfel streitet nur noch über Privatisierungsfonds

Der griechische Premier Alexis Tsipras wehrt sich gegen die Kernforderung der Europartner. Der Linkspolitiker weise den Privatisierungsfonds mit einem geplanten Umfang von bis zu 50 Milliarden Euro zurück, berichteten Diplomaten. «Tsipras verhandelt hart, um die Würde des griechischen Volkes zu bewahren, aber er weiß, dass jetzt entschieden werden muss», resümierte ein Diplomat.

Das Krisentreffen der 19 «Chefs» dreht sich darum, ob Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket aufgenommen werden. Der Plan soll über drei Jahre laufen. Der Finanzbedarf wird auf bis zu 86 Milliarden Euro geschätzt. Von Athen wird im Gegenzug verlangt, einen vierseitigen Forderungskatalog der Euro-Finanzminister in die Tat umzusetzen. Dabei geht es unter anderem um Privatisierungen von Staatsbesitz und eine Verwaltungsreform. Athen sträubte sich über Monate hinweg gegen ein umfassendes Spar- und Reformpaket.

Falls beim Gipfel keine Einigung gelingt, droht Griechenland die Staatspleite und der Austritt aus der Eurozone.