Büskens übernimmt wieder Kommando in Fürth

Aufstiegstrainer Mike Büskens gibt ein überraschendes Comeback als Trainer der SpVgg Greuther Fürth. Der schwächelnde Fußball-Zweitligist beurlaubte Trainer Frank Kramer, der vor knapp zwei Jahren kurioserweise die Nachfolge von Büskens angetreten hatte.

«Mike Büskens kehrt nach Hause zurück. Wir gehen davon aus, dass er in Mannschaft und Umfeld Emotionen, Mut und Kraft freisetzen kann», sagte Präsident Helmut Hack.

Die Franken hatten nur eines der vergangenen zehn Spiele gewonnen, der letzte Heimsieg datiert vom 3. Oktober 2014 beim 2:0 gegen Aue. Ernüchternd war auch die Torausbeute der Kramer-Elf: Nur ein Treffer glückte in sieben Spielen. «Die vielen nackten Tatsachen haben eine eindeutige Sprache gesprochen», erklärte Hack am Montag.

Wenig später stand für Büskens erstmals wieder eine Trainingseinheit mit dem Tabellen-13. an. «Wir haben hier gemeinsam tolle Momente erlebt und dem Verein gehört ein großer Teil meines Herzens. Emotional war ich nicht wirklich weg», sagte der gebürtige Düsseldorfer.

Büskens war von 2009 bis 2013 bereits Coach der Fürther und feierte mit ihnen im Jahr 2012 den Bundesliga-Aufstieg. Der 46-Jährige erhält bei den Franken einen Vertrag bis zum Saisonende.

«Es geht jetzt nur um die restlichen Spiele. Der Rest wird sich zeigen», erklärte Büskens. Zuletzt war der langjährige Schalke-Profi bei Fortuna Düsseldorf gescheitert. Die Rheinländer trennten sich am Montag von Büskens-Nachfolger Oliver Reck. Damit haben acht von 18 Clubs ihren Trainer in dieser Saison gewechselt.

Vor zwei Jahren war Büskens in Fürth entlassen worden. «Die Entscheidung damals war nachvollziehbar, weil der Verein unbedingt die erste Liga halten wollte. Aber so was wird immer wehtun, aber vielleicht muss man das auch einmal erlebt haben», erinnerte sich Büskens nun. Nach der Interimslösung Ludwig Preis kam dann Kramer, dessen Kontrakt noch bis zum Saisonende lief.

Unter Kramer verpassten die Franken in der vergangenen Saison in der Relegationsrunde gegen den Hamburger SV knapp den Bundesliga-Aufstieg. «Er hat das Amt bei uns in einer schwierigen Situation übernommen und nach dem Abstieg einen großen Anteil an unserer erfolgreichen letztjährigen Saison», erinnerte Hack.

Das 0:0 am Freitag gegen den SV Sandhausen war aber eine Enttäuschung zu viel unter Kramer. «Nach dem Spiel gegen Sandhausen schwand in uns die Hoffnung, dass wir in den kommenden Partien die Abwärtsspirale durchbrechen können. Die Entscheidung ist uns menschlich nicht leicht gefallen, wir müssen aber im Sinne des Vereins denken und handeln», betonte Michael Mutzel, Direktor Profifußball bei den Fürthern. «Es ist ein Vorteil, dass Mike den Verein kennt und nicht lange brauchen wird, um sich zurecht zu finden.»

Bei den Fürthern hat die Verpflichtung ehemaliger Trainer Tradition. Benno Möhlmann gab nach dem Ende seiner ersten Amtszeit (1997 bis 2000) sogar zweimal sein Comeback für den Altmeister.