BT übernimmt Mobilfunkunternehmen EE - Telekom wird Großaktionär

Die Deutsche Telekom und die BT Group rücken mit dem Eigentümerwechsel beim landesweit größten Mobilfunkbetreiber EE enger zusammen.

Zu einem Preis im Gesamtvolumen von 12,5 Milliarden Pfund (16,7 Mrd. Euro) verkaufen der Bonner Konzern und die französische Orange ihre Anteile an EE an die BT Group, teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit. Die Telekom erhält nach dem Vollzug der Transaktion im Gegenzug ein Aktienpaket von 12 Prozent an BT, das einem Kaufpreisanteil von 5,1 Milliarden Euro entspricht.

«Die Transaktion ist weit mehr als die Schaffung des führenden integrierten Mobil- und Festnetzanbieters in der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas», sagte der Vorstandschef der Deutschen Telekom, Tim Höttges. Die Unternehmen schafften die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit in der Zukunft.

In Medienberichten war schon im Vorfeld unter anderem über eine Einkaufskooperation und eine stärkere Zusammenarbeit in der Geschäftskundensparte spekuliert worden. Die Telekom darf künftig auch ein Mitglied in den BT-Verwaltungsrat entsenden.

EE war bisher mit mehr als 30 Millionen Kunden und einem Marktanteil von rund 36 Prozent größter Mobilfunkanbieter auf der Insel. Entstanden war das Unternehmen 2010 aus einem Zusammenschluss der Telekom-Tochter T-Mobile und der Mobilfunktochter der französischen Orange. BT-Chef Gavin Patterson nannte den Erwerb einen «Meilenstein» für das Unternehmen. Das führenden mobile 4G-Netz in Großbritannien werde jetzt mit dem landesweit größten Glasfasernetz verzahnt. Verbraucher, Wirtschaft und Aktionäre würden davon profitieren.

Vor mehr als zehn Jahren hatte sich British Telecom aus dem Mobilgeschäft verabschiedet, ist aber führend im Festnetz- und Breitbandgeschäft. Mit der Übernahme von EE setzt sich BT an die Spitze des Marktes sowohl für Festnetz- als auch Mobiltelefon. 

Der britische Mobilfunkmarkt, der als einer der am härtesten umkämpften Märkte in Europa gilt, steht vor weiteren Umbrüchen. So steht auch die britische Mobilfunktochter der spanischen Telefónica, die Marke O2 UK, zum Verkauf. Der Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong verhandelt derzeit mit den Spaniern exklusiv. Demnach soll O2 UK für rund 9,25 Milliarden britische Pfund in bar den Besitzer wechseln. 

Die Entwicklung ist beispielhaft für den Trend vor allem großer Telekom-Konzerne, sich zu Komplettanbietern zu entwickeln. So hatte sich Vodafone unlängst in Deutschland mit Kabel Deutschland ein weiteres Standbein geschaffen. Und die französischen Orange ist dabei, die spanische Jazztel zu kaufen.