Buga-Idylle in Havelregion: Gauck wirbt für Schau

Die Blumenpracht der Bundesgartenschau in der Havelregion begeistert auch den Bundespräsidenten. Joachim Gauck outet sich gleich als Fan. «Wenn ich jetzt irgendwo bin, werde ich immer für einen Besuch in der Region werben», sagt er. Nach der offiziellen Eröffnung in Brandenburg/Havel am Samstag gingen auch die Tore an den anderen Standorten entlang des Flusses Havel - in Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/Stölln und Havelberg - auf.

Der Landschaft setzte der Dichter Theodor Fontane (1819-1898) ein literisches Denkmal: mit seinen «Wanderungen durch die Mark Brandenburg». Die historischen Städte, viele inzwischen wieder herausgeputzt, sind die außergewöhnliche Kulisse für die Blumen- und Pflanzenschau. Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind die Gastgeber.

Auf die Besucher wartet eine Herausforderung: Insgesamt mehr als 53 Hektar Ausstellungsfläche wollen erkundet werden. An einem Tag ist das kaum zu bewältigen. Die Organisatoren wünschen sich, dass Besucher gleich ein paar Tage bleiben. 1,5 Millionen Gäste werden bis Oktober erwartet. «Eine Bundesgartenschau, die nicht nur in einer Stadt läuft, ist ein Experiment. Viele Skeptiker waren zu überzeugen», sagt die Chef-Organisatorin und Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU).

Bunte Tulpen, Stiefmütterchen, Narzissen und Hyazinthen ziehen die Gäste schon in den Bann: Eine Million Frühjahrsblüher wurden gepflanzt. 15 000 Rosen 150 verschiedener Sorten stehen am zugewiesenen Platz. Bei Phlox und Rittersporn wagen sich erste grüne Spitzen aus der Erde.

Auch zwei Kirchen in Brandenburg/Havel und Havelberg zeigen ein Herz für Blumen: Insgesamt 32 Schauen kommen in den Gotteshäusern unter, Arrangements mit Orchideen zum Beispiel. Anderswo sollen fliegende Gärten, Lavendelfelder, Pflanzinseln, Gehölzschauen und blühende Baumscheiben die Besucher staunen lassen. Neben der Flora spielt auch die Havel, ein Nebenfluss der Elbe, eine wichtige Rolle. Das Maskottchen «Wilma Wels» steht für den dort heimischen Fisch.

Bundespräsident Gauck sieht auf einen Blick, welche Arbeit hinter den Organisatoren der Buga liegt. Spontan lädt er einige Helfer zu seinem traditionellen Sommerfest in Berlin ein. «Das stand nicht in der Rede», sagt er lächelnd.