Bund und Länder: 533 Millionen pro Jahr für Spitzenforschung

Mit gut einer halben Milliarde Euro pro Jahr für Spitzenforschung wollen Bund und Länder den Wissenschaftsstandort Deutschland dauerhaft stärken. 385 Millionen Euro sollen künftig an insgesamt 45 bis 50 sogenannte Exzellenzcluster (Forschungsverbünde) fließen.

Bund und Länder: 533 Millionen pro Jahr für Spitzenforschung
Bernd von Jutrczenka Bund und Länder: 533 Millionen pro Jahr für Spitzenforschung

Weitere 148 Millionen Euro gehen als zweite Förderlinie an acht bis elf besonders profilierte Exzellenz-Universitäten oder auch Hochschulverbünde. Das teilten Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) am Freitag in Berlin zur Fortsetzung der eigentlich Ende 2017 auslaufenden Exzellenzinitiative mit.

Das Nachfolgeprojekt muss am 16. Juni noch von den Regierungschefs der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgesegnet werden. Die Kosten für das Elite-Programm teilen sich der Bund und die Länder weiterhin im Verhältnis drei Viertel zu ein Viertel, hieß es. Der Gesamtaufwand ist für beide Seiten nur unwesentlich größer als bisher.

Der Wettbewerb zur dann dritten Runde der Exzellenzinitiative soll nach dem Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) mit einer Ausschreibung in diesem Sommer starten und erst 2019 in den Start der neuen Elite-Unis münden. Eine Überbrückungsfinanzierung für bis zu zwei Jahre sichert derzeit laufende Spitzenforschungsprojekte.

Die seit 2006 mit bislang 4,6 Milliarden Euro bezuschusste Exzellenzinitiative solle «Spitzenforschung in Deutschland weiter nach vorn bringen», und zwar nachhaltig, sagte Wanka. Das Konzept habe auf Dauer Bestand, sei also nicht zeitlich begrenzt. Nach der Lockerung des Bund-Länder-Kooperationsverbotes im Hochschulsektor von Ende 2014 könne Berlin mit der neuen Vereinbarung erstmals in eine kontinuierliche Förderung von Universitäten einsteigen.

Um sich ab 2019 als Exzellenz-Universität bezeichnen zu dürfen, müssen sich bewerbende Hochschulen zwei, im Falle von Verbünden sogar drei Exzellenzcluster vorweisen, sagten Wanka und Quante-Brandt. Wegfallen soll künftig die bisherige dritte Förderlinie, die Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Diese Kollegs werden in die Strukturen der Universitäten überführt oder bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft angedockt.

Zu Sorgen, dass die Politik einen zu großen Einfluss auf die Exzellenzinitiative nehme, sagte Wanka: «Ein wissenschaftsgeleitetes Verfahren ist zwingend.» Sie rief alle Hochschulen dazu auf, mit ihrem «gesamten Fächerspektrum» in den Wettbewerb zu gehen - wenn es ihnen um «Forschung von Weltklasse» gehe.