Bundesamt zu Wirtschaftswachstum und Staatsüberschuss

Die deutsche Wirtschaft hat zum Jahresende 2015 ihren Wachstumskurs gehalten - dank konsumfreudiger Verbraucher und staatlicher Ausgaben für die Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge.

Bundesamt zu Wirtschaftswachstum und Staatsüberschuss
Daniel Bockwoldt Bundesamt zu Wirtschaftswachstum und Staatsüberschuss

Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes legte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 0,3 Prozent zu. Details zur Wirtschaftsentwicklung von Oktober bis Ende Dezember will die Wiesbadener Behörde heute veröffentlichen. Im Gesamtjahr 2015 gab es 1,7 Prozent Wachstum.

Die Statistiker äußern sich auch zur Lage der öffentlichen Haushalte. Nach einer ersten Berechnung profitierten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen 2015 von der robusten Konjunktur: Sie nahmen unter dem Strich 16,4 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Somit verbuchte der Staat nach vorläufigen Zahlen einen Überschuss von 0,5 Prozent des BIP, ein Jahr zuvor waren es 0,3 Prozent.

Damit brachte das vergangene Jahr den öffentlichen Kassen das größte Plus aus eigener Kraft seit der Wiedervereinigung. Mehr war es nur im Sonderjahr 2000, als die Milliarden aus der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen die Kassen füllten.

Deutschland war im vergangenen Jahr erneut weit entfernt von der Schuldenobergrenze, die sich die Europäer zugestehen (Maastricht-Verträge). Erlaubt ist höchstens ein Defizit von 3,0 Prozent des nominalen BIP. Zuletzt verfehlte Deutschland die Marke 2010 mit einem Minus von 4,2 Prozent.