Bundesliga steht Kopf: Vier Ex-Meister im Tabellenkeller

Große Clubs, große Sorgen: Vier Ex-Meister finden sich in der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga wieder.

Bundesliga steht Kopf: Vier Ex-Meister im Tabellenkeller
Marius Becker Bundesliga steht Kopf: Vier Ex-Meister im Tabellenkeller

Der Hamburger SV, Borussia Dortmund, Werder Bremen und der VfB Stuttgart gewannen insgesamt 23 deutsche Meistertitel - fünf davon in den 2000er Jahren. Drei der vier früheren Champions haben in der laufenden Saison schon neue Trainer angeheuert, um unten wieder herauszukommen. Nur Jürgen Klopp soll es beim BVB selbst richten. Aber wie?

«Arbeit, Arbeit - das ist unser Plan», sagte Dortmunds Coach nach dem 0:2 in der Champions League bei Arsenal London und vor dem Sonntags-Gastspiel bei Eintracht Frankfurt. Vom «perfekten Fußball» will er vor dem 13. Spieltag nichts mehr wissen, was zählt seien allein Ergebnisse. Auswärts konnte der BVB in dieser Saison erst einen «Dreier» einfahren. Nun soll sogar die Niederlage gegen Arsenal helfen. «Bislang haben wir nach Champions-League-Siegen in der Bundesliga nie gewonnen. Vielleicht ist das diesmal anders», hofft Sportdirektor Michael Zorc.

Beflügeln soll der Derby-Sieg gegen Bremen (2:0) die Profis des Hamburger SV. Dass ein weiterer Erfolg beim FC Augsburg gelingt, ist statistisch gesehen wenig wahrscheinlich: Zwei Siege nacheinander schafften die Hanseaten letztmals vor 19 Monaten. Unter der Ägide des neuen Coaches Josef Zinnbauer, seit dem 17. September im Amt, sind elf Punkte zu dem einen hinzugekommen, den Vorgänger Mirko Slomka hinterlassen hat. «Die Mannschaft sieht, dass es geht», sagte Zinnbauer, der auf einen Motivationseffekt nach dem Erfolg gegen Werder hofft.

Auch die Bremer setzen auf den Faktor Psychologie: Drei Tage vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn erhielten der neue Chefcoach Viktor Skripnik und Co-Trainer Torsten Frings jeweils Dreijahresverträge. Illusionen, aus dem Abstiegskandidaten rasch wieder einen starken Herausforderer für die Liga-Rivalen zu machen, hat das Gespann nicht. Schließlich flößt schon der Aufsteiger Paderborn dem Gastgeber großen Respekt ein. «Paderborn hat fast doppelt so viele Punkte wie wir. Ich kann nicht sagen, dass wir der Favorit sind», sagte Skripnik ehrlich.

Beim VfB Stuttgart soll Huub Stevens wie im vergangenen Jahr den Abstieg abwenden. «Wir haben es in der vergangenen Spielzeit geschafft, den Klassenverbleib zu sichern und wir werden es auch in dieser Saison schaffen», sagte er routiniert zuversichtlich.

Für den FC Schalke 04 ist die Lage in der Bundesliga nicht so prekär. Der neue Coach Roberto Di Matteo hat jedoch auch nicht viel zu lachen. Gegen Mainz 05 gilt es, die Fans nach der 0:5-Klatsche gegen den FC Chelsea zu versöhnen und nicht von den Europacup-Plätzen abgehängt zu werden. «Wir wollen das Kapitel Chelsea schließen und uns auf die nächste Aufgabe konzentrieren», sagte Di Matteo. «Wir machen momentan zwei Schritte vorwärts und einen Schritt zurück.»

Ähnlich ergeht es dem Tabellenvierten Bayer Leverkusen, der sich im Westderby gegen den 1. FC Köln für das klägliche 0:1 gegen AS Monaco in der Champions League rehabilitieren will. «Da ist Spannung drin. Für uns ist es wichtig, die Vorherrschaft am Rhein zu behaupten», sagte Kapitän Simon Rolfes. Nachdem die Werkself gegen die Maurermeister aus Monaco ohne Torerfolg blieb, macht ihr der FC-Trainer indirekt Mut. «Wir werden offensiver als Monaco spielen», versprach Peter Stöger. Warum auch nicht? Schließlich ist Köln neben Bayern München momentan der auswärtsstärkte Club der Liga.

Während die einst vier großen Vereine der Liga sich vor weiteren Niederlagen fürchten und es auch ansonsten ein munteres Ergebnis-Auf-und-Ab gibt, ist der FC Bayern die Konstante des Erfolges: Bei Hertha BSC will der Rekordmeister den zehnten Sieg schaffen - und die Führungsposition weiter ausbauen. Im Topspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach werden sich die Bayern-Verfolger nämlich die Punkte gegenseitig abjagen.