Bundesnetzagentur sieht noch offene Fragen beim Vectoring

Der Beirat der Bundesnetzagentur sieht noch Nachbesserungs-Bedarf bei der geplanten Entscheidung zum schnelleren Internet für Millionen Haushalte mit dem sogenannten Vectoring-Verfahren.

Bundesnetzagentur sieht noch offene Fragen beim Vectoring
Patrick Pleul Bundesnetzagentur sieht noch offene Fragen beim Vectoring

Unter anderem sollten Ausbau-Zusagen konkreter sein. Zudem solle es bestimmte Sanktionen geben, wenn diese nicht erfüllt werden, sagte der Vorsitzende des Gremiums, der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel (SPD), nach Beratungen in Berlin am Montag. Auch halte es der Beirat für notwendig, den von Wettbewerbern der Deutschen Telekom kritisierten Stichtag (23. November 2015) für bisherige Ausbau-Zusagen zu überprüfen.

Die Deutsche Telekom will mit der Vectoring-Technologie schnellere Internet-Zugänge für rund sechs Millionen Haushalte anbieten. Da Vectoring aktuell jedoch technisch nur von einem Anbieter geschaltet werden kann, müssen dafür 135 000 Anschlüsse von Telekom-Konkurrenten abgeklemmt werden. Sie sollen dafür in dem Netz Dienste auf Basis eines Telekom-Produkts anbieten können. Die Telekom-Wettbewerber sprechen von einer Re-Monopolisierung und kritisieren, das Vectoring entziehe dem Glasfaser-Ausbau die wirtschaftliche Grundlage.

Der Beirat kann nicht mitentscheiden, aber der Netzagentur Fragen stellen. Die Entscheidung wird von der Beschlusskammer getroffen. Nach bisheriger Planung soll sie im ersten Quartal fallen und dann nach Brüssel zur EU-Kommission gehen.