Bundesregierung schlägt Lautenschläger für EZB-Spitze vor

Die Bundesregierung hat Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger als Nachfolgerin von Jörg Asmussen im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagen.

Das verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin. Das neue schwarz-rote Bundeskabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war am Nachmittag zur ersten Beratung zusammenkommen.

Die Nachfolge wird nötig, weil Asmussen als Staatssekretär in das Bundesarbeitsministerium wechselt. Die Nominierung Lautenschlägers kommt nicht überraschend. Sie galt bereits am Wochenende als aussichtsreichste Kandidatin Deutschlands. Die 49-jährige Juristin ist seit Jahren in der Bankenaufsicht tätig. Asmussen gibt den Posten bei der EZB vorzeitig auf. Der SPD-Politiker begründet den Wechsel mit familiären Gründen. Seine Frau und Kinder leben in Berlin.

Deutschland steht nicht automatisch ein Sitz im sechsköpfigen EZB-Direktorium zu. Es gilt aber als ausgemacht, dass die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone in dem Spitzengremium vertreten ist. Mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist Deutschland zudem im EZB-Rat, dem obersten Beschlussorgan der Notenbank, vertreten.

Die Kandidatur ist nur der erste Schritt. Endgültig entscheiden wird der EU-Rat der Staats- und Regierungschefs - auch nach Anhörungen des EU-Parlaments und der EZB. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte eine Nominierung Lautenschlägers unterstützt.