Bundestrainer begrüßt Urteil zu Sachenbacher-Stehle

Biathlon-Bundestrainer Gerald Hönig hat die Strafmilderung für Evi Sachenbacher-Stehle durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS begrüßt.

Bundestrainer begrüßt Urteil zu Sachenbacher-Stehle
Tobias Hase Bundestrainer begrüßt Urteil zu Sachenbacher-Stehle

«Ich finde das Urteil gut. Das IBU-Urteil war zu hart und zu viel Gleichmacherei mit anderen Dopingvergehen wie EPO-Dopern. Evi hatte einen positiven Befund und musste bestraft werden. Aber sie hat nicht bewusst gedopt, sondern war fahrlässig und sicher auch blauäugig», sagte Hönig der Nachrichtenagentur dpa. Sachenbacher-Stehle war bei den Winterspielen in Sotschi positiv auf die Stimulanz Methylhexanamin getestet und vom Biathlon-Weltverband IBU für zwei Jahre gesperrt worden.

Der CAS verkürzte die Sperre nun auf sechs Monate. Sachenbacher-Stehle hatte bewusstes Doping stets bestritten und den Befund mit einem verunreinigten Teepulver erklärt. «Dieser Fehler hätte ihr bei ihrer ganzen Professionalität nicht passieren dürfen. Denn das war ein Verlust für unsere Mannschaft», sagte Hönig.

Ob die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin weitermacht oder ihre Karriere beendet, weiß er nicht. «Ich hatte keinen Kontakt zu ihr. Ich bin genauso gespannt, wie sie sich entscheiden wird», sagte Hönig. Sachenbacher-Stehle wird sich nach Angaben ihres Anwalts Marc Heinkelein «in den nächsten Tagen im Kreis ihrer Familie in Ruhe überlegen», ob sie ein Comeback startet.

Hönig hält der Athletin die Tür für eine Rückkehr offen, betonte aber auch: «Sie müsste sich für das Team qualifizieren, wie alle anderen. Aber ob sie das will, weiß ich nicht.»

Derweil hat der Fall für ein Umdenken im Deutschen Skiverband beim Thema Nahrungsergänzungsmittel geführt. «Es ist definitiv zu einer Sensibilisierung in der Mannschaft bei diesem Thema gekommen. Wir und der DSV haben viel mit den Athleten geredet und sie wachgerüttelt. Nahrungsergänzungsmittel sind nötig, denn ansonsten kann ein Athlet in bestimmten Trainingsphasen energetische Verluste nicht ausgleichen. Aber wir wollen Einfluss nehmen und die jungen Athleten steuern, sich an die medizinische Abteilung zu wenden und nicht selbst im Internet zu surfen und sich was zu kaufen», sagte Hönig.