Bundeswehr kauft Transportsysteme für Ebola-Patienten

Für die Versorgung von Ebola-Infizierten hat die Bundeswehr 20 spezielle Transportsysteme gekauft.

Bundeswehr kauft Transportsysteme für Ebola-Patienten
Thomas Frey Bundeswehr kauft Transportsysteme für Ebola-Patienten

Mit diesen könnten Patienten im Liegen zu Behandlungen geflogen werden, sagte Oberstarzt Johannes Backus, Leiter der Task Force Ebola beim Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr, in Koblenz.

Drei Exemplare seien ausgiebig getestet worden, etwa in einer Druckkammer. Mit 20 Systemen sei die Bundeswehr gut ausgestattet. «Mir ist kein Land bekannt, das mehr hätte.»

Die jeweils rund 10 000 Euro teuren Transportisolatoren, je zehn eines österreichischen und zehn eines israelischen Herstellers, bestehen im Wesentlichen aus einer luftdichten, transparenten Plastikhülle und sind auf einer Trage angebracht. Sie sollen Ärzte und Pfleger vor Schmier- oder Tröpfcheninfektion schützen. Das Ebola-Virus wird über Sekrete wie Schweiß und Blut übertragen.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger ist gegen eine Behandlung von Ebola-Patienten aus Westafrika in Deutschland. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa hervor. 51 Prozent der Befragten wollten keine Erkrankten aus dem Krisengebiet aufnehmen. Tatenlos wollen die Deutschen aber nicht zusehen: Fast zwei Drittel (63 Prozent) wünschen sich mehr Engagement von der Regierung.

Drei Frauen - zwei in den USA und eine in Spanien - steckten sich bislang bei der Pflege von Ebola-Patienten außerhalb Afrikas an. Die beiden Krankenschwestern aus den USA hatten sich bei der Versorgung eines Erkrankten in einer texanischen Klinik infiziert.

Der zweite US-Fall war am Mittwoch bekanntgeworden. Die junge Krankenschwester hatte ihre Hochzeit geplant und sei daher mit dem Flugzeug quer durch die USA geflogen, meldete der Fernsehsender ABC am Donnerstag. Die Frau hatte während des Rückfluges leichtes Fieber. Kurz darauf wurde die Infektion mit einem Test bestätigt.

Die Gesundheitsbehörde CDC bestätigte, dass die Krankenschwester vor dem Rückflug um Erlaubnis gefragt habe. «Der Patient hat keine anderen Symptome an Bord gezeigt, kein Übergeben oder Durchfall.» Nur die Temperatur sei minimal auf 37,5 Grad erhöht gewesen. Nun sollen alle 132 Menschen an Bord gefunden und untersucht werden. Mehrere US-Schulen schlossen vorsorglich.

Inzwischen wächst die Kritik an den Vorbereitungen des Gesundheitssystems der USA auf mögliche Ebola-Patienten. Hunderte Schwestern und Pfleger hätten sich beschwert, dass ihre Krankenhäuser nicht ausreichend auf Ebola vorbereitet seien, teilte der Krankenpfleger-Verband National Nurses United (NNU) mit.

US-Präsident Barack Obama kündigte ein «viel aggressiveres» Vorgehen bei neuen Ebola-Erkrankungen in den USA an. Ab sofort soll eine schnelle CDC-Eingreiftruppe dafür sorgen, dass auch schlecht vorbereitete Kliniken bei neuen Fällen richtig handeln.

Deutschland stellt weitere 85 Millionen Euro zur Eindämmung der Epidemie bereit. Der Haushaltausschuss des Bundestages bewilligte nach Angaben von CDU/CSU vom Donnerstag diese zusätzlichen Mittel. Mit den bereits zugesagten 17 Millionen Euro stünden insgesamt 102 Millionen Euro zur Verfügung. Langfristig werde es darum gehen, die Gesundheitssysteme in Westafrika zu stärken. Hierfür stelle Deutschland 700 Millionen Euro zur Verfügung.

Zum Schutz gegen die Epidemie will die EU die Ausreisekontrollen in betroffenen Ländern Westafrikas überprüfen. Dabei will sie mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeiten, wie EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg in Brüssel mitteilte. Dort hatten 21 Gesundheitsminister und andere hochrangige Vertreter der EU-Staaten über den Schutz der Bevölkerung vor Ebola beraten.

Ebola sollte auch Thema des Asien-Europa-Gipfels (Asem) in Mailand sein. «Die großen globalen Herausforderungen werden wir nur gemeinsam bewältigen können», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Etwa 9000 Ebola-Fälle sind bei der Weltgesundheitsorganisation inzwischen registriert. Bis Dezember rechnet die Behörde mit wöchentlich 5000 bis 10 000 Neuinfektionen pro Woche.