Bundesweit 261 alte Autokennzeichen wieder genehmigt

Bei Autokennzeichen in Deutschland herrscht wieder mehr Vielfalt. Bundesweit sind inzwischen 261 einst ausrangierte alte Regionalkürzel neu genehmigt worden, wie aus aktuellen Daten des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht.

Bundesweit 261 alte Autokennzeichen wieder genehmigt
Daniel Naupold Bundesweit 261 alte Autokennzeichen wieder genehmigt

Seit November 2012 können die Länder beim Bund alte Buchstabenkombinationen wieder beantragen, die bei Gebietsreformen weggefallen waren. Nach gut einem Jahr haben davon 12 der 16 Länder Gebrauch gemacht. Allein in Bayern wurden 56 alte Kürzel reaktiviert, in Sachsen 45 und in Sachsen-Anhalt 38. Mit einem Comeback vertrauter Buchstabenkombinationen auf dem Nummernschild wollen viele Kommunen die regionale Identität stärken.

Das Bundesverkehrsministerium genehmigt die Kürzel in der Regel, wenn sie nicht schon vergeben sind und nicht gegen gute Sitten verstoßen. Schon jetzt tabu sind etwa Abkürzungen aus dem Nationalsozialismus wie SA, SS und HJ. Abkürzungen aus DDR-Zeit werden nicht wiederbelebt. Für Fahrzeughalter sind die Alternativ-Kennzeichen freiwillig. Wer sein Nummernschild auswechseln will, muss die üblichen Gebühren bei der Zulassungsstelle zahlen.

Zuletzt wurden Ende November drei Kürzel in Baden-Württemberg genehmigt, darunter BH für Bühl im Zulassungsbezirk Rastatt. Als Alternative wiederbelebt wurden etwa auch GLA für Gladbeck (bisher: RE für Kreis Recklinghausen) oder WAN für Wanne-Eickel (bisher HER für Stadt Herne) in Nordrhein-Westfalen. In Schleswig-Holstein kann auch ECK für Eckernförde (bisher RD für Kreis Rendsburg-Eckernförde) wieder aufs Nummernschild.

Keine derartigen Kennzeichen-Anträge stellten der Ministeriums- Übersicht zufolge bisher die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland. Der Landkreistag hatte das Comeback von Altkürzeln kritisiert. Dies behindere das Zusammenwachsen in Landkreisen, die bei Gebietsreformen geschaffen wurden.