Bunter Zirkus: Europapremiere von Lollapalooza in Berlin

Mit einem bunten Spektakel hat das US-Festival Lollapalooza seine Europapremiere in Berlin gefeiert. Vor dem stillgelegten Flughafengebäude Tempelhof versammelten sich am Samstag rund 40 000 Menschen, wie eine Sprecherin des Festivals sagte. An beiden Tagen sei das Festival ausverkauft.

Bunter Zirkus: Europapremiere von Lollapalooza in Berlin
Gregor Fischer Bunter Zirkus: Europapremiere von Lollapalooza in Berlin

Auf den Bühnen standen am ersten Festivaltag unter anderem das Elektro-Urgestein Fatboy Slim («Praise You»), das Hip-Hop-Duo Macklemore & Ryan Lewis («Thrift Shop») sowie die Britpopper Franz Ferdinand («Do You Want To»), die mit der Electro-Pop-Band Sparks («When Do I Get to Sing "My Way"») nach der Veröffentlichung eines gemeinsamen Albums auch zusammen auftraten.

The Libertines («Gunga Din») um Frontman Pete Doherty (36) begrüßten ihr Publikum auf Deutsch mit «Guten Morgen, ihr Lieblinge». Zuletzt hatte die Band Konzerte in Großbritannien wegen eines medizinischen Notfalls abgesagt. Die Hamburger Band Deichkind («So 'ne Musik») legte auf der zweiten Hauptbühne einen zirkusreifen Auftritt hin - mit aufwendigem Bühnenbild, leuchtenden Kostümen und einem riesigen Fass mit Rädern, in dem die Künstler durch die Menge fuhren.

In den USA hat das Lollapalooza ein zirkusartiges Flair, auf das auch in der europäischen Ausgabe Wert gelegt wurde. In der «Lollapalooza Fun Fair» traten Straßenkünstler und Artisten auf, Zauberkünstler und Wahrsager präsentierten ihr Können. Menschen auf Stelzen und in ungewöhnlich aussehenden Fahrzeugen bewegten sich über das Gelände. Für die kleinen Besucher gab es das «Kidzapalooza» mit Spielstationen und Spatzenkino.

Wegen technischer Probleme im Kanalisationssystem des ehemaligen Flughafens bildeten sich am Nachmittag lange Schlangen vor den Toiletten. Für den Sonntag sollten weitere Toiletten bereitgestellt werden, teilte das Festival mit.

In den USA zählt das 1991 ins Leben gerufene Lollapalooza zu den populärsten und erfolgreichsten Festivals. Ableger gibt es inzwischen in Chile, Argentinien und Brasilien.