Burger King kündigt deutschem Filialbetreiber

Nach dem Wirbel um Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen zieht die Fastfood-Kette Burger King Konsequenzen: Der größte deutsche Lizenznehmer Yi-Ko Holding müsse den Betrieb in all seinen 89 Burger-King-Restaurants einstellen.

Die entsprechenden Verträge würden mit sofortiger Wirkung gekündigt, teilte Burger King Europe mit. Der Schritt betrifft etwa jede siebte deutsche Filiale des US-Unternehmens und damit insgesamt rund 3000 Beschäftigte. Die Mitarbeiter stünden nun vor einer ungewissen Zukunft, kritisierte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Yi-Ko will sich wehren.

Mit der Kündigung müssten die Filialen umfirmieren, sie werden künftig nicht mehr von Burger King beliefert. Ob und wie viele Restaurants dauerhaft schließen müssen, war zunächst nicht absehbar.

Zur Frage, ob auch ein neuer Partner für die betroffenen Standorte infrage kommen könnte, äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht. Komme der Franchise-Nehmer den Forderungen nicht nach, werde man gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen, sagte eine Burger-King-Sprecherin «Focus Online». Über das Aus für Yi-Ko hatte auch die «Bild»-Zeitung berichtet.

Dagegen kündigte der Interims-Geschäftsführer von Yi-Ko, Dieter Stummel an, die Restaurants sollen weiter geöffnet bleiben, solange Ware vorhanden sei. Das «Handelsblatt» (Donnerstag) zitierte Stummel mit den Worten, er wolle mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht erreichen, dass die Restaurants vorerst weitermachen können. Die Kündigung am Dienstagabend sei überraschend erfolgt.

Eine schwerwiegende Vertragsverletzung liegt nach Stummels Überzeugung nicht vor. Sollten die Filialen nicht mehr öffnen können, wäre die Insolvenz des Unternehmens die Folge, sagte er.

Die Gewerkschaft NGG zeigte sich besorgt. «Das ist natürlich jetzt eine sehr schwierige Krise für dieses Unternehmen», sagte Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der NGG, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten», forderte Zeitler.

Theoretisch sei es zwar denkbar, dass eine neue Burger-Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar. Zugleich liefen Kosten wie Pachten und Gehälter weiter.

Burger King erklärte, diese «schwierige, jedoch notwendige Entscheidung wurde getroffen, nachdem sich die Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat». Die Kündigung stelle «nur den letzten Schritt dar», so Burger-King-Manager Andreas Bork. Die übrigen 599 Restaurants der Kette in Deutschland sollten ihren Betrieb «wie gewohnt» fortsetzen.

Vor einiger Zeit hatte die RTL-Sendung «Team Wallraff - Reporter Undercover» über Missstände bei dem Burger-King-Lizenznehmer berichtet. Mehrere Filialen wurden daraufhin zeitweise geschlossen. Einer der Gesellschafter des Franchise-Nehmers zog sich laut Burger King aus der Geschäftsführung zurück.

In der Mitteilung hieß es nun, «trotz anfänglicher Erfolge» habe man feststellen müssen, dass Yi-Ko erneut gegen Vereinbarungen verstoßen habe. So habe der besagte Gesellschafter «fortwährend Einfluss auf das Tagesgeschäft» genommen. Zudem sei gegen Arbeitsverträge verstoßen worden, und Schichten in den Restaurants seien unterbesetzt gewesen.

Nach Darstellung der RTL-Redaktion beruht die jetzt erfolgte Kündigung auf neuen Rechercheergebnissen zu Hygiene- und Arbeitsbedingungen bei Yi-Ko, mit denen man die Geschäftsführung von Burger King vor knapp einer Woche konfrontiert habe. Ein Burger-King-Sprecher erklärte dazu: «In der Wahrnehmung mag das vielleicht so aussehen. Richtig ist aber, dass wir an dem Thema seit einiger Zeit dran sind.» Eine so weitreichende Entscheidung werde nicht über Nacht getroffen. «So haben sich die Dinge überschnitten.»