Burkina Faso: 26 Tote bei Terroranschlag auf Hotel und Café

Bei dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag auf ein Restaurant und ein Hotel in Burkina Faso sind nach Angaben des französischen Botschafters 26 Menschen ums Leben gekommen. Ein westliches Ehepaar wurde vermitlich entführt.

Drei Angreifer seien getötet worden, erklärte der französische Botschafter Gilles Thibault über seinen Twitter-Account. Rund 150 Überlebende aus 18 verschiedenen Ländern würden derzeit von den Behörden in der Hauptstadt Ouagadougou betreut, erklärte er weiter. Es sei bislang nicht klar, aus welchen Ländern die Opfer stammten. An der Erstürmung des «Hotel Splendid» und der Befreiung der dortigen Geiseln hatten sich am Samstagmorgen auch französische Truppen beteiligt.

Die Angreifer hatten am Freitagabend das bei Ausländern und Diplomaten beliebte «Hotel Splendid» und das gegenüber liegende Restaurant «Cappuccino» in der Hauptstadt Ouagadougou in ihre Gewalt gebracht.

Laut der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) zu der Attacke. 

Ein Krankenhausmitarbeiter sagte der Deutschen Presse-Agentur, es seien rund 20 Menschen getötet und mehrere lebensgefährlich verletzt worden. Innenminister Compaoré machte zunächst keine Angaben zur Zahl der Opfer. In der Nacht hatte er zuvor von zehn Toten gesprochen. 

Mutmaßlich islamistische Extremisten haben außerdem ein westliches Ehepaar entführt. Die Frau und der Mann kommen laut bislang nicht offiziell bestätigten Angaben aus Österreich. Das Außenministerium in Wien teilte auf Anfrage mit, es habe sicherheitshalber den Krisenstab aktiviert.

Den Berichten zufolge soll es sich um einen Arzt und seine Frau handeln. Die Entführer hätten sie in den frühen Morgenstunden bei Djibo nahe der malischen Grenze in ihre Gewalt gebracht, erklärte ein Beamter des Innenministeriums. Es war zunächst nicht klar, ob die Entführung mit dem Anschlag vom Freitagabend in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou in Verbindung stand. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die nördlichen Region Burkinas.

Burkina Faso galt bislang als relativ sicheres Land. Der arme Binnenstaat grenzt allerdings an Mali, wo vor allem im nördlichen Sahara-Gebiet radikale Islamisten aktiv sind. Der Angriff vom Freitag erinnerte stark an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Malis Hauptstadt Bamako. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel, dem «Radisson Blu», als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen wurden getötet.