Nach Tornado: Akute Gefahrenstellen in Bützow beseitigt

Nach dem verheerenden Tornado sind in Bützow bei Rostock die größten Gefahrenherde beseitigt. Das ist das Ergebnis einer Begutachtung der Innenstadt, wie ein Sprecher des Kreises Rostock mitteilte.

Nach Tornado: Akute Gefahrenstellen in Bützow beseitigt
Jens Büttner Nach Tornado: Akute Gefahrenstellen in Bützow beseitigt

Für den Abend wurde mit der Öffnung der Hauptstraße durch die Stadt gerechnet. Von den Häusern entlang der stark betroffenen Durchgangsstraße seien lose Ziegel heruntergenommen worden.

Der Tornado, der am Dienstagabend nur knapp zehn Minuten wütete, hatte Behördenangaben zufolge einen hohen Millionenschaden angerichtet. Eine genauere Angabe war auch am Donnerstag nicht möglich. Bislang seien 123 Häuser als beschädigt gemeldet und 16 davon für unbewohnbar erklärt worden. Allerdings sei auch die Schadensbegutachtung noch nicht abgeschlossen. Hunderte umgestürzte Bäume müssten auch noch aus der Stadt gebracht werden. 

Gleichzeitig wurde damit begonnen, die kleineren Seitenstraßen in der Altstadt zu räumen. Dem Landkreis zufolge waren am Donnerstag rund 90 Hilfskräfte in der Stadt teils mit schwerer Technik unterwegs. Sie wurden wie am Vortag von zahlreichen Freiwilligen unterstützt.

Nach Angaben des Bildungsministeriums Mecklenburg-Vorpommerns fällt der Unterricht in der stark beschädigten Grundschule bis auf weiteres aus. In einigen Räumen werde allerdings ein Betreuungsangebot eingerichtet. In der Förderschule hatte der Unterricht am Donnerstag wieder begonnen, und im Gymnasium gingen sogar die Abiturprüfungen planmäßig weiter.

Beträchtlich sind die Schäden auf dem Seehof im knapp fünf Kilometer entfernten Rühn. Der Hof, der sich auf Urlaubsgäste spezialisiert hat, ist zum großen Teil zerstört. Der Tornado soll sich Augenzeugen zufolge auf dem Rühner See gebildet haben. Die Familie werde nun zunächst bei Freunden unterkommen, sagte Besitzer Fred Götze der Deutschen Presse-Agentur.

Auch im historischen Kloster Rühn sind teils schwere Schäden an den Dächern zu verzeichnen. Ein Sprecher bezifferte das Ausmaß zunächst auf mehrere Zehntausend Euro. Das Kloster wird seit Jahren mit großem Aufwand restauriert. Viele alte Bäume seien dem Sturm zum Opfer gefallen. Der für dieses Wochenende geplante Klostermarkt sei jedoch nicht gefährdet.