BVB-Absturz geht weiter: Letzter nach 0:2 in Frankfurt

Auf dem Bußgang in die Fankurve schlug den Krisen-Kickern von Borussia Dortmund erstmals blanke Wut entgegen.

BVB-Absturz geht weiter: Letzter nach 0:2 in Frankfurt
Fredrik von Erichsen BVB-Absturz geht weiter: Letzter nach 0:2 in Frankfurt

Mit dem 0:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga hat der Vizemeister nun wohl auch den Kredit bei seinen treuen Anhängern verspielt. «Wir machen es ihnen nicht leicht. Sie haben gepfiffen, das ist nachvollziehbar», bekannte Trainer Jürgen Klopp. Nach der achten Pleite im 13. Saisonspiel muss sich der BVB jetzt wohl tatsächlich für den Abstiegskampf wappnen. «Wir haben es ordentlich gemacht, aber nicht gut genug», befand Klopp, der von einem Rücktritt nichts wissen wollte.

Mit seinem achten Saisontor schoss Alexander Meier die Eintracht vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena schon in der 5. Minute auf Siegkurs und übernahm die Führung in der Torschützenliste. Ein peinliches Missverständnis der Weltmeister Matthias Ginter und Roman Weidenfeller machte dann den Weg zum 2:0 für Haris Seferovic frei (78.). Das Team von Trainer Thomas Schaaf verbesserte sich mit nun 18 Punkten auf Rang neun. «Richtig gut gespielt. Es war ein hochverdienter Sieg», lobte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.

Vier Tage nach dem ernüchternden 0:2 beim FC Arsenal in der Champions League setzte sich die Pannenserie der Dortmunder schon vier Minuten nach Anpfiff fort. Ein Befreiungsschlag von Marco Russ landete bei Meier, der allein vor Gäste-Keeper Weidenfeller eiskalt vollendete. Es war das schnellste Saisontor der Hessen.

Die Borussia wirkte kurz geschockt, antwortete dann mit wütenden Gegenangriffen. Vor dem Tor allerdings ließen die Westfalen wie so oft die Durchschlagskraft vermissen. Henrich Mchitarjan scheiterte ebenso am glänzend reagierenden Eintracht-Schlussmann Felix Wiedwald (7.) wie etwas später Pierre-Emerick Aubameyang (24.). Im Nachschuss traf Kevin Großkreutz den Außenpfosten. «Wir machen viel für nichts, das ist die Situation», klagte Coach Klopp.

Der Trainer, der das Geschehen fast durchweg im Stehen an der Seitenlinie verfolgte, sah die Schludrigkeit seiner Schützlinge mit wachsender Besorgnis. Zu allem Überfluss meldete sich dann die nächste Stammkraft verletzt ab, Lukasz Piszcek musste mit Problemen am rechten Oberschenkel für Adrian Ramos Platz machen (38.).

In dieser Phase hatten die Dortmunder Glück, dass die Hausherren ihre Führung nicht ausbauten. Seferovic vergab kurz vor der Pause zweimal in guter Position (40./45.+1). Sekunden nach dem Seitenwechsel rettete Ginter in höchster Not gegen Marc Stenderas Schuss, drei Minuten später zielte Meier frei vor Weidenfeller zu hoch.

Allmählich aber gewannen die Gäste wieder die Hoheit über das Geschehen. Mit hohem Aufwand und viel Tempo drängte der BVB die Eintracht in die eigene Hälfte. Der überragende Wiedwald rettete die knappe Führung der Eintracht mit einer Glanztat gegen Ramos (52.). «Er hat uns heute den Sieg gerettet», urteilte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Zumeist jedoch fehlte dem Angriffsspiel der Dortmunder die zündende Idee, die letzte Zuspitzung. So hatte das Klopp-Team ein weiteres Mal Glück, als Meiers Kopfball aus sechs Metern neben dem Pfosten und nicht zum 2:0 im Tor landete (66.).

Symptomatisch für die Dortmunder Krise dann die 78. Minute: Einen weiten Pass von Meier wollte Ginter locker zu Weidenfeller köpfen. Doch der herausgeeilte Keeper war überrascht, Seferovic schob dankend ins leere Tor. Eintracht-Torschütze Meier aber sprach den frustrierten Dortmundern Mut zu: «Dortmund kann gar nicht absteigen. Die sind zu gut.»

Ballbesitz in %: 45,3 - 54,7

Torschüsse: 11 - 17

gew. Zweikämpfe in %: 48,5 - 51,5

Fouls: 15 - 22

Ecken: 1 - 8

Quelle: optasports.com