BVB nach Pleite in Köln in der Krise

Dortmunds Manager Michael Zorc sprach nach dem 1:2 bei Aufsteiger 1. FC Köln offen von Krise bei der Borussia und der «schwierigsten Situation in den vergangenen Jahren».

BVB nach Pleite in Köln in der Krise
Rolf Vennenbernd BVB nach Pleite in Köln in der Krise

Und für Trainer Jürgen Klopp ist es «ganz, ganz hart», was sich beim selbst erklärten Bayern-Herausforderer entwickelt: So schlecht war der BVB in der Fußball-Bundesliga seit 2009/10 nicht. Zorc: «Man darf es gern Krise nennen. Wie auch sonst? Wir haben jetzt sieben Punkte nach dem achten Spieltag. Das ist viel zu wenig für unsere Ansprüche.»

Die Niederlage in Köln macht es dem Letzten klar: Der BVB muss sich heftig nach unten orientieren und hat bei 13 Zählern Rückstand auf München mit oben aber auch gar nichts zu tun. Zorc: «Wir müssen sehen, dass wir da unten jetzt schnell rauskommen.» Klopp forderte nach teilweise schlimmen Patzern: «Wir müssen die Fehler abstellen. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern sofort!»

Zorc machte die Schuldigen an der dritten Niederlage in Serie schnell aus: «Sogenannte Führungsspieler machen kapitale Böcke.» Daraus resultierten vor 50 000 Besuchern im ausverkauften Stadion die Liga-Premierentreffer für den FC durch Kevin Vogt in der 40. und Simon Zoller in der 74. Minute. Und weil für den BVB nach zuvor acht Erstligasiegen gegen Köln in Serie nur Ciro Immobile (48.) traf, «stehst du da und hast gar nichts in den Händen», hielt Klopp tief enttäuscht fest.

Selbst die Rückkehr der BVB-Kreativmänner Ilkay Gündogan und Marco Reus konnte die Niederlage in Müngersdorf nicht verhindern. Für den lange am Rücken verletzten Gündogan gab es es nach 434 Tagen ohne Pflichtspiel deshalb nur einen positiven Aspekt: «Es ist schön, nach so langer Zeit wieder da zu sein.»

Die Gegentreffer indes waren auch für ihn «so was von unnötig. Die haben wir uns zu 90 Prozent wieder selbst zuzuschreiben Das sind Konzentrationsmängel, es fehlt die hundertprozentige Galligkeit», bemängelte Gündogan bei «Sky». BVB-Kapitän Mats Hummels versuchte unterdessen, trotz der Krise auch ein Stück Gelassenheit zu bewahren: «Wir werden jetzt nicht unruhig.»

Zorcs Forderung an seine Profis, die schon am Mittwoch in der Königsklasse bei Galatasaray Istanbul die Chance zur Rehabilitierung haben, ließ jedoch eine andere Interpretation zu: Es ist keineswegs ruhig beim Fußball-Stolz Westfalens. «Bei dem einen oder anderen muss es mal so richtig klick machen» - diese Einschätzung des Borussia-Sportdirektors spricht Bände.

Bei den Kölnern herrschte nach dem 1500. Heimtor in der FC-Erstligageschichte, den ersten Treffern dieser Saison vor den eigenen Fans und dem Ende der schlimmen Serie gegen den BVB Freude pur. Trainer Peter Stöger: «Wir haben heute zwei Sachen erledigt. Erstens haben wir zu Hause getroffen. Und zum Zweiten hat es gleich zu einem Sieg gereicht.» Das war für den Österreicher «eine riesen Überraschung, etwas Besonderes und wichtig.»

Klopp saß derweil neben seinem Kollegen und sinnierte: «Wir müssen das regeln, dabei wird uns niemand helfen.» Zorc machte klar, dass es prekär werden könnte, wenn es am Samstag gegen Hannover wieder nicht zum Sieg reicht: «Das nächste Bundesligaspiel müssen wir gewinnen.»

Und auch eines machte der einstige BVB-Profi aus: die gravierenden Leistungsunterschiede in der Liga und in der Königsklasse. «Das ist ja das Fatale» - Zorc findet derzeit keine Erklärung für die Misserfolge im Alltag und die tollen Champions-League-Auftritte gegen Arsenal (2:0) und beim RSC Anderlecht (3:0).