BVB nutzt Reus-Effekt - Watzke: «Bin fix und fertig»

Der Spielbeginn war ein Alptraum, der Schlusspfiff eine Erlösung. Kurz nach dem 4:2 (0:1) von Borussia Dortmund über den FSV Mainz 05 fiel Hans-Joachim Watzke das Lächeln noch schwer.

BVB nutzt Reus-Effekt - Watzke: «Bin fix und fertig»
Bernd Thissen BVB nutzt Reus-Effekt - Watzke: «Bin fix und fertig»

«Ich bin fix und fertig», bekannte der BVB-Geschäftsführer «aber auch total erleichtert. In der ersten Halbzeit wirst du ja bescheuert.» Der mühsame Erfolg im Kellerduell kostete auch Trainer Jürgen Klopp mehr Nerven, als ihm lieb war: «Die gesamte Saison ist für uns eine extreme Herausforderung. Es war ein Sechs-Punkte-Spiel, das wir gewonnen haben.»

In der ersten Halbzeit trat sein Team wie ein Abstiegskandidat, nach Wiederanpfiff zumindest phasenweise wie ein Vizemeister auf. Bereits nach 53 Sekunden schien die durch den Sieg in Freiburg und die Vertragsverlängerung von Marco Reus erzeugte Aufbruchstimmung verpufft. Der Heber von Elkin Soto zum 1:0 der Gäste hinterließ sichtbar Wirkung. «Das 0:1 war mal wieder eine Slapstick-Nummer. Aber vielleicht gehört das zu den Prüfungen, die wir diese Saison bestehen müssen», kommentierte Fußball-Lehrer Klopp.

Doch zum ersten Mal in dieser Saison wandelte der BVB einen Rückstand in einen Sieg um. Das war vor allem ein Verdienst von Reus. Drei Tage nach seiner Unterschrift unter einen neuen Vertrag bis 2019 brillierte der Nationalstürmer als Torschütze zum 2:1 (55.) und als Passgeber zum 3:2 durch Pierre-Emerick Aubameyang (71.). Mittelfeldspieler Nuri Sahin war voll des Lobes: «Was Marco spielt, ist weltklasse. Dass er sich für uns entschieden hat, war auch für ihn eine Erlösung.»

Zur Freude aller Beteiligten stellte sich der erhoffte Reus-Effekt ein. «Die Unterschrift von Marco hat hier alle euphorisiert», beschrieb Ilkay Gündogan die Stimmung der vergangenen Tage. Selbst das Glück scheint der Borussia wieder hold: Der Treffer zum 1:1 von Neven Subotic gelang im 13. Versuch - am Freitag den 13..

Mit dem hart erkämpften Erfolg über einen Mitkonkurrenten veredelte der BVB eine ermutigende Woche. «Der BVB ist wieder da», skandierten die Fans schon vor dem Schlusspfiff. Bei aller Euphorie sah Torschütze Sahin (78.) jedoch keinen Grund zur Entwarnung: «Für den Kopf, für die Tabelle, für unsere Moral ist das superwichtig. Aber die Lage bleibt gefährlich. Wenn wir zweimal verlieren, sind wir wieder unten drin.»

Immerhin zeigt der Trend beim BVB nach oben - im Gegensatz zu den Mainzern. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen 13 Spielen nimmt die Kritik an Kasper Hjulmand zu. Auf Fragen, ob sein Arbeitsplatz nun langsam aber sicher in Gefahr gerate, antwortete der Coach im Sky-Interview unaufgeregt: «So ist das nun mal, wenn man keine Punkte holt. Aber ich versuche immer, meine beste Arbeit zu machen.»

Immerhin rangiert sein Team in der Tabelle noch einen Platz vor der Borussia und hielt bis zum zwischenzeitlichen 2:2 durch Yunus Malli (57.) gut mit. Nicht zuletzt deshalb konnte Abwehrspieler Niko Bungert der aufkommenden Diskussion um Coach Hjulmand nichts abgewinnen. «Von A bis Z sind alle im Verein mit dieser Entwicklung unzufrieden. Der Trainer genau wie alle anderen.»