BVB verpasst Trendwende: HSV schöpft nach 1:0 Mut

Bei Borussia Dortmund wird die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer größer. Mit dem verdienten 0:1 (0:1) gegen den bisherigen Tabellenletzten und Angstgegner Hamburger SV setzte der seit nunmehr vier Bundesliga-Spielen sieglose Revierclub seine Talfahrt fort.

BVB verpasst Trendwende: HSV schöpft nach 1:0 Mut
Marius Becker BVB verpasst Trendwende: HSV schöpft nach 1:0 Mut

Auch der Sieg drei Tage zuvor in der Champions League beim RSC Anderlecht konnte die erhoffte Trendwende nicht einleiten. Vor 80 667 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park besiegelte HSV-Angreifer Pierre-Michel Lasogga (35. Minute) die bereits vierte Saisonschlappe des BVB. Dagegen feierten die Norddeutschen ihren ersten Sieg.

Die anhaltende Terminhatz mit sieben Spielen in 22 Tagen machte der Borussia sichtlich zu schaffen. Nur mühsam fand die im Vergleich zum Anderlecht-Spiel auf drei Positionen veränderte Dortmunder Elf in die Partie. Die von HSV-Trainer Josef «Joe» Zinnbauer taktisch und kämpferisch glänzend eingestellten Hamburger erspielten sich die erste Torchance. Doch der Schuss von Nicolai Müller in der 12. Minute von der rechten Außenposition ging über das Tor.

Der gute Start der zweikampfstarken Norddeutschen zeigte Wirkung. Denn von einem strukturierten Aufbau- oder Umschaltspiel der Borussia war weiterhin nur wenig zu sehen. Die hohe Fehlpassquote des Gegners machte es dem HSV leicht, das eigene Tor zu verteidigen. So war HSV-Keeper Jaroslav Drobny in der ersten Halbzeit nahezu beschäftigungslos.

Überraschenderweise sorgte das Schlusslicht für mehr spielerische Akzente - und wurde dafür belohnt. Ein Abspielfehler von BVB-Angreifer Adrian Ramos im Mittelfeld leitete den Gegentreffer ein. Müller gewann das Laufduell mit Weltmeister Mats Hummels und passte auf den völlig freien Lasogga. Diese Chance zum erst zweiten HSV-Saisontreffer ließ sich der Torjäger nicht entgehen. Mit dem 0:1 zur Halbzeit war Dortmund sogar noch gut bedient. Denn eine Minute vor dem Pausenpfiff klärte BVB-Keeper Roman Weidenfeller in höchster Not gegen den starken Müller.

Auch nach Wiederanpfiff gelang es dem BVB nicht, sich klare Möglichkeiten zu erspielen. Zwar übernahm er die Regie, ging dabei aber zu planlos vor. In der zerfahrenen Partie mit vielen Fouls blieb der HSV das gefährlichere Team.

Nur eine sehenswerte Parade von BVB-Keeper Weidenfeller bei einem Kopfball von Lasogga (62.) verhinderte das 2:0 der Gäste. Erst in der hektischen Schlussphase geriet das Hamburger Tor in Gefahr. So verpassten Pierre-Emerick Aubameyang (78.) und Ciro Immobile (79.) den Ausgleich, auf der anderen Seite verfehlte Lewis Holtby (83.) aber nur knapp das leere BVB-Tor.