Cameron will Syrer aufnehmen

Großbritannien will mehrere tausend Menschen aufnehmen, die aus Syrien geflohen sind. Premierminister David Cameron kündigte an, Flüchtlinge ins Land zu lassen, die bislang in Lagern nahe der syrischen Grenze leben.

Cameron will Syrer aufnehmen
Dogan News Agency Cameron will Syrer aufnehmen

«Das gibt ihnen einen direkteren und sichereren Weg ins Vereinigte Königreich, statt dass sie die gefahrvolle Reise riskieren, die tragischerweise so viele das Leben gekostet hat.» Nächste Woche sollen die Details bekanntgegeben werden.

Cameron reagierte damit auf lauter werdende Kritik an seiner harten Haltung in der Asylpolitik. Nachdem das Bild eines ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen die Briten schockiert hatte, hatten sich auch viele Abgeordnete der regierenden Konservativen der Forderung angeschlossen, mehr Menschen aufzunehmen.

Bei einem Besuch in Lissabon sagte Cameron, jetzt schon helfe kein europäisches Land vor Ort so viel wie Großbritannien. Es seien bereits 900 Millionen Pfund (1,23 Milliarden Euro) an Hilfen in die Region geflossen. «Wir haben Unterkünfte, Nahrung, Wasser und lebenswichtige Medikamente für Millionen verzweifelte Flüchtlinge finanziert.» Andernfalls würden sich noch mehr Menschen auf den Weg nach Europa machen.

Nach offiziellen Angaben nahm Großbritannien über die vergangenen vier Jahre hinweg etwa 5000 Syrer auf. Das Land fliegt zudem Luftangriffe auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Irak - nicht in Syrien. Man werde weiter an einer langfristigen Lösung der Krise arbeiten, sagte Cameron. «Das bedeutet, die Konflikte zu beenden, die so viele Menschen fliehen lassen - einschließlich dem Blutbad, in das Syrien versunken ist.»

Nicht betroffen von den britischen Plänen sind die mehreren tausend Flüchtlinge, die im nordfranzösischen Calais in Zelten leben. Bei Versuchen, Südengland durch den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal zu erreichen, gab es immer wieder Tote. Großbritannien setzt dort auf Zäune, Polizisten und Spürhunde zur Abschreckung.