Castorf vertreibt Zuschauer aus Münchner Residenztheater 

Der Regisseur Frank Castorf hat mit seiner neuen Arbeit zahlreiche Zuschauer aus dem Münchner Residenztheater vertrieben.

Castorf vertreibt Zuschauer aus Münchner Residenztheater 
Matthias Horn Castorf vertreibt Zuschauer aus Münchner Residenztheater 

Längst nicht alle hielten bei der Premiere seiner Inszenierung der Bühnenversion von Louis-Ferdinand Célines Debütroman «Reise ans Ende der Nacht» bis zum Ende durch. Am Schluss der rund viereinhalbstündigen Aufführung waren viele Sitze leer.

Castorf erzählt Célines Geschichte über den Protagonisten Ferdinand Bardamu, der erst die Wirren des Ersten Weltkriegs erlebt und den westlichen Kolonialismus in Afrika, dann in den USA bei Ford am Fließband arbeitet und schließlich als Arzt für die Armen in Paris weder chronologisch, noch sonst irgendwie zusammenhängend in einer Reihe von Einzelszenen, in denen auch die Darsteller der Rollen munter durcheinander gewürfelt werden.

Von den Zuschauern, die bis zum Ende blieben, gab es viel Applaus, der vor allem den Schauspielern galt - allen voran Bibiana Beglau und Frank Pätzold.

Dass Regisseur Castorf wieder sein Team um sich versammelte, mit dem er auch seine umstrittene Version von Richard Wagners «Ring des Nibelungen» bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen auf die Bühne brachte, zeigte sich vor allem im Bühnenbild (Aleksandar Denić) das mit einer Drehbühne und Videoleinwänden dem von Bayreuth sehr nahe kam.