Caught in the Act erwägen Comeback

Vor 16 Jahren gaben Caught in the Act ihr Abschiedskonzert - jetzt befeuern zwei Mitglieder Gerüchte um ein Comeback.

Caught in the Act erwägen Comeback
Peter Förster Caught in the Act erwägen Comeback

Eloy de Jong und Lee Baxter wünschen sich eine Wiedervereinigung der Band, die mit knallbunten Musikvideos und eingeölten Oberkörpern in den 90er Jahren Teenager vor allem in Deutschland um den Verstand brachten. «Love Is Everywhere» war der größte Hit des englisch-holländischen Quartetts, zu dem noch Bastiaan Ragas und Benjamin Boyce gehörten.

«Ich will das zu 100 Prozent», sagt der Brite Baxter der Deutschen Presse-Agentur und fügt scherzhaft hinzu: «Ich habe schon den Weihnachtsmann darum gebeten, dass auch Bastiaan ja sagt und wir vier uns 2015 zusammen setzen und planen können.» Ähnlich sieht das auch Ex-Bandmitglied Eloy de Jong: «Es ist mein großer Traum, eines Tages mit den drei anderen wieder auf einer Bühne zu stehen.»

Baxter und de Jong (beide inzwischen über 40) waren in den vergangenen Monaten nicht untätig und versuchen - unabhängig voneinander - wieder im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Baxter hat auf Youtube das Lied «For What It's Worth» veröffentlicht, in dem er sich unter dem Motto «Vergeben und Vergessen» mit seiner Vergangenheit als Boyband-Star auseinandersetzt, und bringt pünktlich zu Weihnachten mit «Engel» sein erstes deutsches Lied auf den Markt.

De Jong, der inzwischen eine zweite Karriere als Fernsehproduzent gestartet hat, wird für Auftritte in Clubs gebucht, auf denen er zu 80 Prozent alte «CITA»-Hits singt - und auch ein paar neue eigene.

Die beiden Sänger haben sich seit dem Abschiedskonzert der Band am 16. August 1998 nicht mehr gesehen. Inzwischen hat de Jong aber wieder Kontakt zu Baxter aufgenommen - über Facebook. Das gab es damals noch gar nicht.

Wie es um Bastiaan Ragas' Interesse an einem Revival steht, ist nicht bekannt. Der Holländer hat einige Erfolge als Schauspieler in Holland gefeiert und in einer Fernsehserie König Willem-Alexander gespielt. Aber auch der zweite Brite in der Band, Benjamin Boyce, soll nach Ansicht von Baxter und de Jong einem Comeback gegenüber sehr aufgeschlossen sein. «Wir haben gesprochen», sagt Baxter.

Boyce hat mit mäßigem Erfolg einige Solo-Titel veröffentlicht, vor zehn Jahren schon trat er in der ProSieben-Show «Comeback - Die große Chance» auf, in der er sich Chris Norman geschlagen geben musste. Und jetzt soll er nach Medienberichten im Januar in das RTL-Dschungelcamp einziehen. Ein Comeback mit der Band, mit der er einst Millionen von Platten verkaufte, könnte danach ja möglicherweise genau das Richtige sein.

In einer Online-Petition fordern bereits knapp 1000 meist deutsche Anhängerinnen der Band ein Comeback. Caught in the Act wären nicht die erste Boyband, die diesen Schritt wagt. Take That kamen nach ihrer spektakulären Trennung, die ihre Fans an den Rand der Verzweiflung brachte, im Jahr 2005 wieder zusammen - und traten Jahre später sogar wieder mit dem schwarzen Schaf der Band, Robbie Williams, gemeinsam auf. Und auch nach dem kürzlichen Ausstieg von Jason Orange bringt die Band schon wieder eine Wiedervereinigung zum 25. Geburtstag ihres ersten Albums ins Spiel. Auch die New Kids On The Block (NKOTB) konnten es Jahre nach ihren großen Erfolgen nicht lassen und taten sich für eine gemeinsame Tour mit den Backstreet Boys zusammen.

Das Vorbild für de Jong wäre allerdings noch eine ganz andere Band: «Ich kann mir das so vorstellen wie bei Modern Talking vor zehn Jahren», sagt er im dpa-Interview. «Die hatten ja auch nochmal ein Comeback mit ihren alten Hits.»