CDU-Außenexperte Röttgen gegen Aktionismus in Brexit-Debatte

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, hat das Agieren von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz nach dem britischen Brexit-Votum kritisiert.

CDU-Außenexperte Röttgen gegen Aktionismus in Brexit-Debatte
Kay Nietfeld CDU-Außenexperte Röttgen gegen Aktionismus in Brexit-Debatte

«Ich finde die Einlassungen der beiden sehr emotional geprägt und auch nicht hilfreich», sagte der CDU-Politiker im ARD-«Morgenmagazin». «Das ist keine emotionale Stunde, sondern das ist eine sehr sehr ernste Stunde.» In dieser Situation müsse man «jede Art von Aktionismus vermeiden».

Röttgen kritisierte auch das Treffen der sechs EU-Gründerstaaten in Berlin, zu dem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am vergangenen Samstag eingeladen hatte. Dieses Treffen habe andere verstört und in der Sache nichts gebracht. Es habe jetzt keinen Sinn, die Briten zu drängen, rasch Verhandlungen über einen Austritt Großbritanniens aus der EU zu starten.

«Ich glaube, dass unübersehbar in Großbritannien das letzte Kapitel in dieser Geschichte noch nicht geschrieben ist», betonte Röttgen. «Die Linie muss nun sein: Kein Aktionismus, weder die Briten drängen - welchen politischen Sinn soll das eigentlich machen - noch natürlich, wie die Briten wollen, schon mal informell mit Verhandlungen beginnen. Sondern ich finde, man muss nun die Briten mit dem, was sie angerichtet haben, auch mal eine Weile alleine lassen.»