CeBIT 2015: Veranstalter sehen Neuausrichtung als Erfolg

Die am kommenden Wochenende beginnende Computermesse CeBIT in Hannover hat durch ihre Neuausrichtung nach Einschätzung der Veranstalter neuen Schwung bekommen.

CeBIT 2015: Veranstalter sehen Neuausrichtung als Erfolg
Holger Hollemann CeBIT 2015: Veranstalter sehen Neuausrichtung als Erfolg

Ein seit 2001 anhaltender Niedergang sei gestoppt, erklärte Messe-Chef Oliver Frese am Dienstag in Hannover: Die CeBIT 2015 wird erstmals wieder größer ausfallen als die Vorjahres-Veranstaltung. Die Messe hat sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentriert und zur Business-Messe gewandelt. Unterm Strich werden zwar mit 3300 Ausstellern aus 70 Ländern so viele wie im Vorjahr nach Hannover kommen. Viele Unternehmen haben aber ihre Stände vergrößert, so dass die Messefläche rund sechs Prozent stieg.

Die CeBIT will diesmal unter dem Kunstbegriff «d!conomy» die zunehmende Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft durch die Neuerungen der Informationsindustrie thematisieren. Das Kunstwort soll andeuten, wie stark die Trend-Technologien in der digitalen Wirtschaft miteinander verzahnt sind. Partnerland ist China - ein Staat, der laut Frese großes Potenzial hat, die globale IT-Weltkarte zu verändern: «China gewinnt massiv an Kraft im IT-Sektor.»

Das Thema Digitalisierung sei aktueller denn je. Durch sie entstünden neue Geschäftsmodelle quasi im Minutentakt. Doch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, der Mittelstand, habe Nachholbedarf. Ihm fehle oft das Bewusstsein für Bedrohungen, da die Digitalisierung nicht nur Nutzen, sondern auch Risiken schafft. Der wachsende Datenaustausch erhöht die Gefahr für Firmen für Online-Attacken; der Themenbereich Cyber-Angriffe und der Schutz dagegen wird auf der Messe daher ein Schwerpunktthema sein. Das gilt auch für die Netzwerk-Infrastruktur von Kommunen und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, die es gegen Manipulationen zu schützen gilt.

Zu den prominenten Gastrednern gehört der Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden sowie der US-Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald. Der trug dazu bei, dass die Daten des Whistleblowers über die massenhafte Ausspähung der Bevölkerung durch Geheimdienste veröffentlicht werden konnten. Greenwald wird selbst auf der Messe reden, Snowden per Video live aus seinem Moskauer Exil zugeschaltet sein. Weitere Redner sind unter anderen Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck, der US-Ökonom Jeremy Rifkin, SAP-Chef Bill McDermott, EU-Kommissar Günther Oettinger oder der Nato-Vize-Generalsekretär Jamie Shea.