CES 2014: Fernseher bekommen Konkurrenz von Autos und smarten Dingen

Vom Auto bis zur smarten Gabel mit digitalem Innenleben - alles ist vernetzt auf der diesjährigen Elektronik-Messe CES in Las Vegas. Die Riesen-Show in der Wüstenstadt ist zu Beginn des Jahres ein wichtiger Impulsgeber für die Industrie.

Auch wenn viele Schwergewichte wie Apple oder Microsoft als Aussteller fehlen oder wie Google und Amazon nur eine schmale Präsenz haben. Dennoch wird die CES (Consumer Electronics Show) ab kommendem Dienstag einen guten Überblick über die heißen Technik-Trends geben.

Zu den sichtbarsten Neuheiten einer CES gehören nach wie vor die großen Fernsehgeräte. Die Unterhaltungselektronik-Branche kann derzeit etwas Schwung gut gebrauchen, im vergangenen Jahr ging die Nachfrage nach neuen Flachbildfernsehern deutlich zurück. Für 2014 erhofft sich die Branche wieder deutlichen Auftrieb durch die Olympischen Winterspiele und die Fußball-Weltmeisterschaft als sportliche Großereignisse. Sie geben für die Verbraucher gute Anlässe ab, sich für einen neuen Flachbildfernseher zu entscheiden.

Dabei setzen die Hersteller in diesem Jahr auf Geräte mit Ultra-HD-Auflösung und gebogenem Bildschirm. «Curved UHD» sei einer der wichtigsten Trends der Messe, sagte Hans Wienands, Chef von Samsung Deutschland und Vorsitzender des Fachverbands Consumer Electronics im Branchenverband ZVEI, der dpa. Der koreanische Elektronik-Riese hatte bereits zur IFA in Berlin im September erstmals einen UHD-Fernseher mit gebogenem Display präsentiert und wird sich zur CES noch stärker auf dieses Thema konzentrieren. Auch LG Electronics hatte kürzlich angekündigt, sein erstes «curved UHD» mit einer Bildschirmdiagonale von 105 Zoll auf der Messe zu zeigen.

Die an den seitlichen Rändern leicht gebogene Bildfläche soll ähnlich wie im Kino das Seherlebnis noch einmal intensivieren. Zudem erhoffen sich die Hersteller von der auffälligen Form mehr Anziehungskraft. Die neue Auflösung UHD (auch Ultra-HD genannt) bringt mit 3840 mal 2160 Pixel vier Mal mehr Bildpunkte auf den Bildschirm als das bisherige Full-HD und sorgt damit für ein gestochen scharfes Bild. Allerdings sind Inhalte in dieser Auflösung nach wie vor rar. Zugleich können die Geräte aber auch herkömmliche HD-Signale oft so gut hochrechnen, dass ein Unterschied zu bisherigen Fernsehern sichtbar ist.

Noch stehen die Preise für die neuen Geräte nicht fest. Die Produktion der UHD-Panels ziehe aber bereits deutlich an, sagte Wienands. Man könne deshalb davon ausgehen, dass die Preise nicht nur jenseits von 5000 Euro liegen werden. Damit dürfte die UHD-Technologie für die Verbraucher schneller bezahlbar werden als Displays mit organischen Leuchtdioden (OLED). Die Bildqualität der OLED-Displays, bei denen jeder einzelne Punkt organisch beleuchtet wird, sei zwar nicht zu toppen, sagte Wienands. Bis die Geräte reif für den Massenmarkt seien, dürften aber noch drei bis vier Jahre vergehen.

Neben immer besser und einfacher vernetzbarer Heimelektronik, neuen Audiosystemen und vielen kleinen Gadgets dürfte auch tragbare Technik wie Computerbrillen und Datenuhren auf der CES in diesem Jahr zu sehen sein. Dass Samsungs Computer-Uhr Galaxy Gear in Las Vegas im Rampenlicht stehen wird, kann sich Wienands allerdings nicht vorstellen. «Die werden Sie an den Handgelenken sehen, den Rest heben wir uns für die kommenden Messen des Jahres auf.»

Und ausgerechnet wenige Tage vor der Automesse in Detroit wird die CES immer mehr zur Plattform für das vernetzte Auto. So will Audi laut einem Medienbericht eine Kooperation mit Google ankündigen, die das Mobil-System Android in die Unterhaltungs- und Informationsanlagen bringen soll.