CES-Veranstalter erwarten Experimente mit Sensoren

Zum Start der Elektronik-Messe CES in Las Vegas richtet die Branche den Blick auf Wachstumsmärkte wie China, Indien oder Brasilien.

Vor allem in China stehe mit dem Vormarsch der Smartphone-Revolution aus den großen Städten aufs Land ein rasantes Wachstum der Nutzer-Zahlen bevor, betonte der führende Analyst des Messe-Veranstalters CEA, Steve Koenig, am Sonntag.

«Die USA werden sich auf Dauer mit dem zweiten Platz im weltweiten Elektronik-Geschäft abfinden müssen.»

Zugleich werde der Boom in den neuen Märkten für die Industrie kein allgemeines Umsatzplus bedeuten - denn dort, wo die Nachfrage steigt, sind vor allem günstige Geräte gefragt. Von den gut 1,2 Milliarden Smartphones, die nach CEA-Schätzungen in diesem Jahr abgesetzt werden, gehen rund 70 Prozent in die Wachstumsmärkte. Dadurch werde der Durchschnittspreis eines Smartphones von 444 Dollar im Jahr 2010 auf 297 Dollar sinken.

Auch bei Tablets sieht Koenig eine ähnliche Entwicklung. «Um tief in die Märkte dieser Länder vorzudringen, braucht man günstige Geräte.» Bei Tablets gehe das oft mit kleineren Bildschirmgrößen einher. Aber auch in den USA würden Tablets mit Display-Diagonalen unter 9 Zoll zwei Drittel des Marktes ausmachen.

Insgesamt rechnet die CEA für das weltweite Elektronik-Geschäft in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang um ein Prozent auf 1,055 Billionen Dollar. Die Aussagekraft einer solchen Rechnung ist allerdings nicht besonders groß, denn hier werden verschiedenste Geschäftsbereiche vom Handy bis zum Drucker zusammengerechnet, die ganz unterschiedliche Dynamik und Probleme haben. Smartphones bringen über 30 Prozent der Gesamterlöse ein.

In Las Vegas werden verbundene Haushaltsgeräte, Sensoren und neuartige Technik wie Computeruhren oder Handys mit biegsamen Bildschirmen eine große Rolle spielen. Der Markt für die kleinen tragbaren Internetgeräte, die sogenannten «Wearables» werde explodieren, sagte CEA-Chefökonom Shawn DuBravac.

Gleichzeitig stehen viele der Ideen noch am Anfang. Bei Smartwatches etwa gehe es vor allem darum, zu zeigen, was technisch möglich sei. «Es könnte noch fünf bis zehn Jahre dauern, bis das kommerziell sinnvoll ist.»

Ein weiterer Trend sei die Vernetzung des Haushalts über das Internet. Hierbei werden Smartphones eine wichtige Rolle spielen, erwartet DuBravac. «Smartphones und Tablets werden zur Schaltzentrale für all diese verbundenen Geräte». Ein ans Internet angebundenes Thermostat könne etwa die Heizung hochdrehen, wenn sich der Hausbesitzer mit seinem Handy auf den Heimweg macht. Damit verknüpfen die Geräte auch immer mehr Informationen über ihre Nutzer. DuBravac geht davon aus, dass der zusätzliche Komfort das vielen Nutzern wert sei.

Das Internet nutzten Menschen zunehmend über Smartphones und Tablets anstatt klassischer Personal Computer. Der Smartphone-Markt werde sich sich weiter auffächern, sagte Steve Koenig, Chefanalyst beim Messeveranstalter CEA. «Es gibt große Unterschiede im Smartphone-Markt in Bezug auf die Bildschirmgröße.» Günstigere Geräte, wie sie in Schwellenländern gefragt seien, hätten meist kleinere Bildschirme.