Mann erschießt neun Afroamerikaner in US-Kirche

Ein junger Mann hat in einer hauptsächlich von Schwarzen besuchten Kirche im US-Südstaat South Carolina neun Menschen erschossen. Was die Motive des Täters weißer Hautfarbe waren, blieb nach Angaben der Ermittler zunächst völlig offen.

Mann erschießt neun Afroamerikaner in US-Kirche
Charleston Police Department/Han Mann erschießt neun Afroamerikaner in US-Kirche

Der Mann soll sich vor der Tat am Mittwochabend etwa eine Stunde in der Kirche in der Stadt Charleston aufgehalten haben, bevor er das Feuer eröffnete.

Das Verbrechen löste wohl auch deshalb besonderes Entsetzen aus, weil es erst im April im Nachbarort North Charleston - rund 15 Minuten mit dem Auto entfernt - zu einem Zwischenfall gekommen war. Ein Polizist hatte damals von hinten einen flüchtenden Afroamerikaner erschossen. Die Tat wurde auf einem Video festgehalten.

Mehrmals kam es in den vergangenen Monaten in den USA zu Straßenprotesten, nachdem Afroamerikaner von weißen Polizisten erschossen worden waren.

Der Verdächtige in der Ostküstenstadt Charleston soll in dem von Schwarzen besuchten Gotteshaus auf Menschen geschossen haben, die zu einer Bibelstunde zusammengekommen waren. Acht Menschen seien am Tatort gestorben, ein weiterer Mensch im Krankenhaus, hieß es in der Nacht zum Donnerstag. Bei allen neun Toten handelt es sich um Afroamerikaner.

Inzwischen wurde der mutmaßliche Todesschütze von der Polizei gefasst. Der 21-Jährige wurde nach Angaben der Behörden über 300 Kilometer vom Tatort entfernt bei einer Verkehrskontrolle in Shelby in North Carolina gestellt. Nach Informationen von US-Medien hatte der Verdächtige vor der Tat erklärt, er wolle Schwarze umbringen.