Chef-Drogenfahnder stellt Geständnis in Aussicht

Zum Auftakt des Prozesses gegen den ehemaligen Leiter der Drogenfahndung in Kempten im Allgäu hat der Verteidiger ein Geständnis in Aussicht gestellt. Im Dienstschrank des angeklagten Kriminalbeamten waren im vergangenen Februar 1,8 Kilo Kokain gefunden worden.

Der 53-jährige Beamte muss sich wegen Drogenbesitzes, zugleich aber auch wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung seiner Ehefrau vor dem Landgericht Kempten verantworten.

Der Prozess wurde am Montag unter großem Medieninteresse eröffnet. Nach der Verlesung der Anklage wurde mit den Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit einer Verständigung erörtert. Dabei wurde ein Strafkorridor von sechseinhalb bis sieben Jahren diskutiert, wenn der Angeklagte ein Geständnis ablegt. Dies stellte der Verteidiger in Aussicht. Die Strafkammer zog sich anschließend zur Beratung zurück. Wie Gerichtssprecher Robert Kriwanek erklärte, könnte der Ehefrau des Angeklagten durch eine solche Absprache eine Aussage erspart werden.

Der Verteidiger des Angeklagten hatte zuvor eine Erklärung abgegeben, wonach bereits vor Prozessbeginn ein Täter-Opfer-Ausgleich stattgefunden habe. 35 000 Euro habe der Angeklagte an seine Ehefrau gezahlt.

Laut Anklage soll der Kriminalbeamte in der Nacht zum 15. Februar 2014 seine Frau im gemeinsamen Wohnhaus im Oberallgäu gewürgt und vergewaltigt haben. Noch in der selben Nacht war er von Polizeibeamten in seinem Auto gestoppt und festgenommen werden. Er soll mit knapp 1,5 Promille erheblich alkoholisiert gewesen sein und unter Drogeneinfluss gestanden haben.