Chelsea verurteilt rassistischen Übergriff in Paris

Der FC Chelsea ist geschockt über das Verhalten einiger seiner Fans.

Nach dem rassistisch motivierten Übergriff in einer Metro-Station vor dem Champions-League-Spiel bei Paris St. Germain kündigte der Londoner Club an, die Ermittlungen gegen die Täter mit allen strafrechtlich relevanten Mitteln zu unterstützen. «Sollte sich herausstellen, dass Dauerkarteninhaber oder Mitglieder des Vereins beteiligt waren, werden wir auf das Schärfste gegen sie vorgehen», erklärte ein Sprecher. Den Anhängern drohen Stadionverbote sowie der Vereinsausschluss. Der Vorfall rückte das 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel in den Hintergrund.

«Auch ich verurteile die Aktion einer kleinen Gruppe von Chelsea-Fans. Im Fußball ist kein Platz für Rassismus», schrieb Weltverbandspräsident Joseph Blatter auf Twitter. Auf der Fahrt zum Prinzenpark-Stadion hatten Chelsea-Anhänger einen Dunkelhäutigen am Einsteigen in den Zug gehindert und ihn zweimal aus dem Waggon gestoßen. Dabei stimmten sie den Schlachtruf an: «Wir sind rassistisch, wir sind rassistisch. Und so mögen wir es.» 

Der «Guardian» hatte den Vorfall durch den Videomitschnitt eines in Paris lebenden Briten öffentlich gemacht. Die französische Polizei ermittelt. «Ein solches Verhalten ist abscheulich und hat keinen Platz im Fußball oder in der Gesellschaft. Wir werden strafrechtliche Schritte gegen die Beteiligten unterstützen», hieß es vom Club.

Der Abend in Paris hatte für die Engländer schon mit einem Schrecken begonnen, als der Mannschaftsbus in den Katakomben des Stadions steckenblieb. Die französische Presse scherzte darüber. In Anspielung auf die oft praktizierte Defensivtaktik der Blues schrieb «20 minutes», Chelsea habe den Bus noch nie so extrem geparkt. 

In den 90 Minuten im Prinzenpark kamen die Londoner mit einem blauen Auge davon. Selbst Coach José Mourinho gab nach dem Remis zu, dass seine Mannschaft damit gut bedient sei. «Wenn man sich die Chancen ansieht, müssen wir ehrlich sein und sagen, dass sie mehr hatten als wir. Wenn ein Team dem Sieg näher war, dann war es Paris und nicht Chelsea», räumte der Portugiese ein. Branislav Ivanovic hatte die Gäste bei ihrer einzigen Chance in der 36. Minute in Führung gebracht. Edison Cavani (54.) glich für Paris aus. In der Endphase scheiterte PSG immer wieder an Chelsea-Keeper Thibaut Courtois.

Der Belgier hatte erneut den Vorzug vor Petr Cech erhalten, obwohl dieser zuletzt gegen den FC Everton eine grandiose Leistung gezeigt hatte. «Wenn Fußball mit neun Feldspielern und zwei Keepern gespielt werden würde, hätte niemand eine Chance gegen uns. Wir wären absolut phänomenal, denn beide Keeper sind phänomenal», meinte Mourinho. Er sei glücklich mit dem Remis, denn nun würde alles im Heimspiel an der Stamford Bridge am 11. März entschieden. «Es ist keine sehr gute Ausgangslage, aber es ist für uns ein positives Resultat gegen eine sehr gute Mannschaft mit fantastischen Spielern», sagte der Coach.

Die Franzosen waren nicht zufrieden, obwohl sie im eigenen Stadion im europäischen Wettbewerb nun 33 Spiele in Serie ungeschlagen sind. Nach dem Remis befürchtet man an der Seine - wie vor einem Jahr im Viertelfinale - ein erneutes Aus gegen Chelsea. 2013/14 reichte PSG selbst ein 3:1 im Hinspiel an der Stamford Bridge nicht. Die Blues gewannen damals durch Tore von Andre Schürrle und Demba Ba 2:0.

Das Fachmagazin «L'Équipe» titelte daher in großen Lettern auf Seite eins: «Frustrierend!». Die Mannschaft um Schweden-Star Zlatan Ibrahimovic sei bereits «virtuell ausgeschieden». «Le Monde» sprach von einer «winzigen Hoffnung». David Luiz, der erstmals im Mittelfeld zum Einsatz kam, widersprach energisch: «Wir können uns bei Chelsea sehr wohl qualifizieren. Ich bin zuversichtlich.» Auch «Ibra» schreibt sich und seine Teamkollegen nicht ab, fordert aber: «Um diesen Courtois zu bezwingen, müssen wir nächstes Mal mehr tun. Mit etwas Glück können wir es packen.»