Chemieunfall in Hamburg: Ätzende Lauge ausgeströmt

Auf dem Gelände einer Chemiefirma in Hamburg ist eine mit Wasserdampf vermischte ätzende Lauge ausgeströmt und hat einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst.

Chemieunfall in Hamburg: Ätzende Lauge ausgeströmt
Daniel Bockwoldt Chemieunfall in Hamburg: Ätzende Lauge ausgeströmt

Mehr als 100 Gäste eines Hotels und weitere Menschen in der Nähe der Firma in einem Industriegebiet im Stadtteil Billbrook mussten in Sicherheit gebracht werden, wie ein Sprecher der Feuerwehr berichtete. 

45 Menschen hätten über Reizungen der Atemwege oder der Augen geklagt, 17 - darunter Feuerwehrleute und Polizisten - seien am Donnerstagabend ins Krankenhaus gekommen. Schwere Verletzungen habe aber niemand erlitten. Das Gemisch war aus einem stationären Tank der Firma ausgetreten. 

In rund 20 Hamburger Stadtteilen - nordwestlich von Billbrook bis hin zu den Gegenden um Hafencity und Außenalster - sollten Menschen in der Nacht Fenster und Türen sicherheitshalber geschlossen halten und sich möglichst nicht im Freien aufhalten, warnte die Feuerwehr auf diversen Kanälen wie Twitter und Facebook. Am frühen Freitagmorgen gab es Entwarnung für die betroffenen Gebiete. 

Rund 120 Feuerwehrleuten waren ausgerückt, als sich die weiße Wolke über dem Industriegebiet gebildet hatte. Der Alarm sei um 20.44 Uhr eingegangen, sagte der Sprecher. Etwa eine Stunde später war der Austritt gestoppt. Auch Polizisten und Sanitäter waren im Einsatz.

Die betroffenen Menschen in der Umgebung der Firma am Billbrookdeich kamen in eine nahe gelegene Feuerwehr- und Rettungswache. Notärzte und Sanitäter kümmerten sich um die Erstversorgung. In Sicherheit gebracht werden mussten vor allem die Bewohner des Hotels, in dem mehr als 240 Gäste derzeit wohnen, sich aber nicht alle zur Unfallzeit dort aufhielten.

Erst am Dienstag hatte die Hamburger Feuerwehr zu einem Großeinsatz ausrücken müssen: In einem Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg war ein Feuer ausgebrochen. Später folgte eine explosionsartige Durchzündung von Rauchgas. 45 Menschen wurden verletzt. Rund 400 Anwohner warten weiter darauf, in ihre Wohnungen zurückkehren zu dürfen.