Chemieunfall in Hamburg: Zwei Verletzte auf Intensivstation

Nach dem Unfall in einer Hamburger Chemiefabrik liegen zwei Verletzte auf der Intensivstation.

Chemieunfall in Hamburg: Zwei Verletzte auf Intensivstation
Daniel Bockwoldt Chemieunfall in Hamburg: Zwei Verletzte auf Intensivstation

Insgesamt kamen 19 Menschen, darunter 9 Polizisten, ins Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Zunächst waren die Einsatzkräfte davon ausgegangen, dass niemand schwere Verletzungen erlitten habe.

Auf dem Gelände einer Chemiefirma im Stadtteil Billbrook war am späten Donnerstagabend eine mit Wasserdampf vermischte ätzende Lauge ausgeströmt und hatte einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Mehr als 100 Gäste eines Hotels und weitere Menschen in der Nähe der Firma in dem Industriegebiet mussten nach Angaben der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Insgesamt kümmerten sich die Rettungskräfte um etwa 150 Menschen. 45 hatten über Reizungen der Atemwege oder der Augen geklagt.

Das Gemisch war aus einem stationären Tank der Firma ausgetreten. Wie es zu dem Unfall kam, war auch am Freitagmorgen zunächst unklar.

In rund 20 Hamburger Stadtteilen - nordwestlich von Billbrook bis hin zu den Gegenden um Hafencity und Außenalster - sollten Menschen in der Nacht Fenster und Türen sicherheitshalber geschlossen halten und sich möglichst nicht im Freien aufhalten, hatte die Feuerwehr nach dem Unfall auf diversen Kanälen wie Twitter und Facebook gewarnt. Am frühen Freitagmorgen gab es Entwarnung für die betroffenen Gebiete. 

Rund 120 Feuerwehrleuten waren ausgerückt, als sich die weiße Wolke über dem Industriegebiet gebildet hatte. Der Alarm sei um 20.44 Uhr eingegangen, sagte der Feuerwehrsprecher. Etwa eine Stunde später war der Austritt gestoppt.

Die betroffenen Menschen in der Umgebung der Firma am Billbrookdeich kamen in eine nahe gelegene Feuerwehr- und Rettungswache. Notärzte und Sanitäter kümmerten sich um die Erstversorgung. In Sicherheit gebracht werden mussten vor allem die Bewohner des Hotels, in dem derzeit mehr als 240 Gäste wohnen. Sie hielten sich aber nicht alle zur Unfallzeit dort auf.

Erst am Dienstag hatte die Hamburger Feuerwehr zu einem Großeinsatz ausrücken müssen: In einem Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg war ein Feuer ausgebrochen. Später folgte eine explosionsartige Durchzündung von Rauchgas. 45 Menschen wurden verletzt. Rund 400 Anwohner warten weiter darauf, in ihre Wohnungen zurückkehren zu dürfen.