Chemiewaffen-Experten zurück in Syrien

Die Chemiewaffeninspekteure der Vereinten Nationen haben ihre Suche nach Giftgas-Spuren in Syrien wieder aufgenommen. Das Team unter Leitung von Åke Sellström sei in einem Hotel der syrischen Hauptstadt Damaskus eingetroffen, sagte ein UN-Mitarbeiter.

Die Untersuchungen der Experten haben nicht mehr die gleiche Brisanz wie bei ihrem ersten Einsatz im August. Denn das Regime von Präsident Baschar al-Assad hat inzwischen der Vernichtung seiner Chemiewaffen zugestimmt und dadurch einen angedrohten Angriff der USA verhindert.

Bei ihrem ersten Aufenthalt hatten die Inspekteure den Einsatz von Sarin-Gas in mehreren Dörfern im Umland von Damaskus festgestellt. Nun sollen sie drei weitere Orte in den Provinzen Aleppo und Idlib untersuchen, an denen Giftgas eingesetzt worden sein soll.

Die syrische Opposition und die mit ihnen verbündete Freie Syrische Armee (FSA) geraten derweil immer mehr ins Abseits. 13 islamistische Brigaden, darunter auch die zahlenmäßig starke Al-Nusra- Front, erklärten, die Nationale Syrische Allianz (SNC) mit Sitz in Istanbul könne mit dem Regime nicht in ihrem Namen verhandeln. In der Erklärung heißt es: «Alle Gruppen, die im Ausland gegründet werden und die keinen Bezug haben zu dem, was im Land selbst geschieht, vertreten uns nicht und werden von uns auch nicht anerkannt.» Das Ziel der Brigaden sei die Durchsetzung des islamischen Rechts («Scharia»).

Der Revolutionsrat der Stadt Aleppo teilte mit, er lehne alle Verhandlungen ab, solange nicht garantiert sei, dass Assad und die führenden Funktionäre des Sicherheitsapparates zurücktreten.

Sechs islamistische Rebellenbrigaden aus dem Großraum Damaskus dankten in einer Video-Botschaft dem «Rat der Unterstützer der syrischen Revolution in Kuwait» für militärische und logistische Hilfe beim Aufbau einer gemeinsamen Kommandozentrale.

Ein SNC-Mitglied, das seinen Namen nicht veröffentlicht sehen wollte, sagte, Katar finanziere nicht nur den Rat von Aleppo, sondern auch zwei islamistische Brigaden - Sukur al-Scham und Ahrar al-Scham. Dadurch unterminiere das Golfemirat die Führungsrolle der Opposition und der FSA. Major Chalid al-Hamud, Kommandeur einer Rebelleneinheit in der Provinz Hama, sagte der Zeitung «Al-Sharq Al-Aswat», der FSA-Generalstab kontrolliere nicht einmal 20 Prozent der kämpfenden Regimegegner. «Die Revolution steckt in einer Sackgasse», sagte der Oppositionelle Walid al-Bunni dem Nachrichtensender Al-Arabija.

Die libanesische Armee tötete in der Bekaa-Ebene einen Syrer, der zur islamistischen Al-Nusra-Front gehören soll. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, kurdische Milizionäre hätten Kämpfer der Al-Nusra-Front und der mit Al-Kaida verbündeten Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) aus Dörfern in der Nähe von Ras al-Ain an der türkischen Grenze vertrieben.