Chodorkowski will auf Yukos-Rechtsstreit verzichten

Der Kremlgegner Michail Chodorkowski will nach seiner Freilassung auf einen neuen Rechtsstreit um den früheren Ölkonzern Yukos verzichten. «Ich werde nicht um meine Yukos-Anteile kämpfen», sagte Chodorkowski vor Journalisten in Berlin.

Als Chef von Yukos war er einst zum reichsten Mann Russlands geworden. Zugleich kündigte Chodorkowski an: «Ich werde nicht Politik betreiben, das heißt, um die politische Macht kämpfen.»

Seine Freilassung nach zehn Jahren Haft sei «kein Symbol für grundlegende Veränderung im Land», betonte der 50-Jährige. Die Entscheidung über seinen künftigen Aufenthaltsort ließ Chodorkowski offen. «Wo wir leben werden, das werde ich mit meiner Frau besprechen. Das kann ich jetzt nicht allein entscheiden.» Zusammen mit seiner Frau Inna hat der Ex-Milliardär drei Kinder. Aus erster Ehe hat Chodorkoswki einen weiteren Sohn.

Trotz seines Gnadengesuches an Russlands Präsident Wladimir Putin sieht er sich weiterhin als unschuldig an. «Die Macht wollte immer von mir ein Schuldbekenntnis, doch das war unannehmbar für mich.» Das Gesuch habe er ohne schriftliches Schuldeingeständnis unterzeichnet. Auf die Frage, ob er dem russischen Präsidenten dankbar sei, sagte er nur: «Ich freue mich über seine Entscheidung.»

Der 50-Jährige äußerte sich in einem kleinen Kreis von Journalisten erstmals nach seiner Landung in Berlin in der Öffentlichkeit. Am Mittag will er im Mauermuseum am Checkpoint Charlie auch eine Pressekonferenz geben.