Chronologie: Der Syrien-Krieg und die Suche nach Frieden

Im seit 2011 tobenden Bürgerkrieg in Syrien sind Hunderttausende Menschen getötet worden, Millionen sind auf der Flucht. Auf internationaler Ebene laufen Bemühungen, den Konflikt beizulegen.

Oktober 2011: Russland und China verhindern eine UN-Resolution zur Verurteilung der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und blockieren in den folgenden Monaten weitere.

Juni 2012: Die UN-Vetomächte und mehrere Nahost-Staaten einigen sich auf einen Fahrplan für einen Übergangsprozess in Syrien. Die geplante Übergangsregierung wird nicht gebildet, der Bürgerkrieg geht weiter.

September 2014: Die USA und Verbündete bombardieren erstmals ohne Billigung der Regierung in Damaskus Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

September 2015: Russland beginnt als Verbündeter Assads mit Luftangriffen in Syrien. Nach russischen Angaben werden meist IS-Stellungen attackiert, nach westlicher Darstellung aber vor allem gemäßigte Rebellengruppen getroffen.

November 2015: In Wien einigen sich die Teilnehmer einer Syrienkonferenz, darunter die USA, der Iran und Russland, auf einen Friedensplan, der eine Übergangsregierung vorsieht.

Dezember 2015: Der UN-Sicherheitsrat bestätigt den Fahrplan zum Frieden, lässt aber offen, was aus Assad werden soll und wer als Verhandlungspartner akzeptabel ist.

Januar 2016: Die Friedensgespräche beginnen in Genf zunächst ohne wichtige Oppositionsvertreter. UN-Sondervermittler Staffan de Mistura verhandelt dann mit beiden Delegationen getrennt, direkte Gespräche mit der Regierung lehnen die Regimegegner ab.

Februar 2016: Die USA, Russland und wichtige Regionalmächte handeln in München eine Waffenruhe für Syrien aus, die jedoch vor allem in der nordsyrischen Großstadt Aleppo immer wieder gebrochen wird. Sie gilt zudem nicht für die Bekämpfung der radikalsunnitischen Organisationen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front.

März 2016: Russlands Präsident Wladimir Putin befiehlt einen Teilabzug der russischen Soldaten aus Syrien.

April 2016: Die Friedensgespräche in Genf werden nach der dritten Runde ohne entscheidende Annäherungen auf Eis gelegt.

Mai 2016: US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow rufen die Konfliktparteien gemeinsam zur Einhaltung der Waffenruhe auf und wollen Druck auf sie ausüben. Ein nachhaltiger Erfolg bleibt aus.

August 2016: Kerry und Lawrow verständigen sich in Genf grundsätzlich auf das Ziel einer Waffenruhe. Details müssen noch geklärt werden.

September 2016: Die USA und Russland einigen sich nach langwierigen Verhandlungen ihrer Außenminister erneut auf einen Plan zur Durchsetzung der Waffenruhe sowie für eine politische Lösung des Konflikts. Zudem wollen sie in Syrien militärisch gegen die als Terroristen eingestuften Islamistentruppen kooperieren.