Chronologie: Westliche Schmähungen - muslimische Proteste

Unruhen nach vermeintlichen Schändungen des Korans oder Schmähungen des Propheten Mohammed haben schon viele Menschen das Leben gekostet. Aufsehenerregende Fälle:

- September 2012: Ein in den USA produziertes Schmäh-Video über Mohammed löst einen Proteststurm in der muslimischen Welt aus. Demonstranten attackieren US-Vertretungen in mehreren Ländern, im Sudan auch die deutsche Botschaft. Als Reaktion veröffentlicht das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» Mohammed-Karikaturen, die den Propheten nackt oder als Unruhestifter zeigen.

- Februar 2012: Soldaten der US-Basis Bagram in Afghanistan bringen Koran-Ausgaben versehentlich zur Entsorgung in eine Verbrennungsanlage. Im Land sind Ausschreitungen mit vielen Toten die Folge.

- April 2011: In Afghanistan kommt es zu blutigen Protesten gegen eine Koranverbrennung durch den radikalen US-Prediger Terry Jones. Mehr als 20 Menschen sterben, darunter 7 UN-Mitarbeiter. Schon 2010 hatten Pläne des Pastors, am Jahrestag der Anschläge vom 11. September Koran-Ausgaben zu verbrennen, weltweit Empörung ausgelöst. Die Aktion war im letzten Moment gestoppt worden.

- September 2005: Verheerende Folgen hat die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten». Als andere Medien sie nachdrucken, zünden Demonstranten im Februar 2006 unter anderem in Syrien und im Libanon dänische Vertretungen an. Bei Protesten in mehreren Ländern sterben mehr als 150 Menschen.

- Frühjahr 2005: Ein Bericht des US-Magazins «Newsweek» über die angebliche Schändung des Korans im Gefangenenlager Guantánamo löst antiamerikanische Proteste aus. Bei Unruhen werden in Afghanistan und Pakistan 17 Menschen getötet. Kurz darauf räumt das US-Militär ein, Soldaten hätten den Koran in einigen Fällen respektlos behandelt.

- November 2004: Der niederländische Islamkritiker Theo van Gogh wird in Amsterdam wegen seines Films über die Unterdrückung der Frauen im Islam von einem muslimischen Extremisten ermordet. Der Täter wird zu lebenslanger Haft verurteilt.